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Region Barsinghausen Nachrichten Grundschulliga-Kinder besuchen Recken-Spiel
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00:24 03.06.2018
Jona (von links, 8 Jahre), Moritz (8), Bjarne (9), Jannik (8), Linus (8) und Paul (8) sind auf dem Weg zum Spiel der Recken bester Laune. Quelle: Haendel
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Barsinghausen/Hannover

„Ihr setzt euch erst hin, wenn die Recken das erste Tor geworfen haben“, ermahnt Betreuerin Verena Waldmann die Jungs in der Sitzreihe vor ihr, während sie anfeuernd in die Hände klatscht. Jona (8 Jahre), Moritz (8), Bjarne (9), Jannik (8), Linus (8) und Paul (8) schauen geradezu erschrocken, nicken aber gehorsam. Sie gehören zu der gut 30-köpfigen Gruppe von Nachwuchshandballern, die regelmäßig sonnabends in der vom Handballverein Barsinghausen (HVB) organisierten Grundschulliga aktiv sind. Die Saison neigt sich dem Ende, und seit der Gründung der Liga vor sechs Jahren steht als krönender Abschluss ein gemeinsamer Ausflug zu einem Heimspiel der Bundesliga-Handballer von der „Die Recken“ genannten TSV Hannover-Burgdorf auf dem Programm.

Da sind sie nun in der mit 6500 Zuschauern gut besetzten riesigen TUI-Arena. Stolz tragen sie ihre T-Shirts mit dem Aufdruck „HVB Basche“ in Grün, Blau, Rot, Gelb, Weiß, Schwarz oder Rot – je nachdem, in welcher der sieben Barsinghäuser Grundschulen die Jungs und Mädchen in der Handball-AG die Bälle werfen. Ihre Aufregung ist spür- und vor allem sichtbar. Der zehnjährige Haidar, der erst vor wenigen Wochen nach Barsinghausen gezogen ist und über die Handball-AG bereits einige neue Freundschaften geschlossen hat, verfolgt mit offenem Mund den kleinen Zeppelin, der mit Werbebannern bestückt vor dem Anwurf knapp unterhalb des großen Videowürfels unermüdlich seine Runden dreht. Die gleichaltrige Dilan singt lauthals mit zum Song „I like to move it“, der aus den Hallenlautsprechern dröhnt. „Ich habe noch nie eine so große Halle gesehen und freue mich jetzt richtig doll auf das Spiel“, ruft sie durch den Lärm. Ihre Sitznachbarin Alina (9) tanzt zur Musik und sagt auf die Frage, warum sie bei der Grundschulliga mitmacht: „Meine Mama hat früher auch Handball gespielt, und ich möchte auch irgendwann so gut spielen.“

Profis trainieren mit den Kindern

In wenigen Minuten bekommt sie ausreichend Gelegenheit, sich bei den Recken herausragende Spielzüge und tolle Tricks abzugucken. Nach einer Begrüßung der einlaufenden Mannschaften mit Blitzlichtgewitter, Trommelmusik und Fahnen schwenkenden Fans auf dem Spielfeld legen die Recken um Publikumsliebling Casper Mortensen mit dem Anpfiff los wie die Feuerwehr. Die Schützlinge von Trainer Antonio Carlos Ortega können mit einem Remis die Qualifikation für den internationalen EHF-Pokal klar machen. Das interessiert Jona und seine Kumpels, die vorhin noch die hinterste Bank des Rinder-Reisebusses unsicher machten und lauthals über das Fußball-Champions-League-Finale vom Vorabend diskutierten, nur am Rande. Moritz pumpt bei jedem Tor der Heimmannschaft wie verrückt in seine Drucklufttröte, die anderen malträtieren die auf den Sitzen ausgelegten Klatschpappen. Andere benötigen einige Minuten, bis sie das Geschehen auf dem Feld erfassen. „Ach so, die Grünen sind die Recken, nicht die Weißen“, hat ein Mädchen nach 18 Minuten Spielzeit die Erleuchtung. Da führen die Burgdorfer bereits mit 10:5.

Barsinghausens „Mister Handball“, HVB-Vorstandsmitglied und Initiator der Grundschulliga, Gerd Köhler, genießt das Geschehen von einigen Reihen weiter oben und beobachtet seine Schützlinge. „Alle Kinder haben sehr interessiert und konzentriert zugeschaut. Am Ende wurden aber doch einige etwas unruhig“, sagt Köhler später. Er sorgt dafür, dass jedes Jahr wieder einige Recken-Profis zu Besuch in die Barsinghäuser Glück-auf-Halle kommen und mit den Kindern trainieren. „Das motiviert die Jungs und Mädchen natürlich ungemein“, sagt er. Ganz besonders stolz sind sie beim HVB, mittlerweile offizieller Kooperationspartner der TSV Hannover-Burgdorf, auf Timo Kastening. Der 22-jährige Rechtsaußen der Recken spielte in seiner Jugend eine Zeit lang für die Barsinghäuser.

Ausflug beeindruckt Kids

Das Spiel ist aus. Die Recken siegen mit 30:26, spielen in der kommenden Saison international. Traditionell werden nach dem letzten Heimspiel die scheidenden Spieler offiziell verabschiedet. „Leute, los geht’s.“ Nach wenigen Minuten pfeift Verena Waldmann zum Aufbruch. Die Autogrammjagd unten auf dem Feld fällt diesmal aus. „Im letzten Jahr sind zwei Kinder in dem Gewühl verloren gegangen, und wir haben sie erste eine halbe Stunde später wiedergefunden“, erklärt Köhler.

Die Handball-Kids haben auch so genug. Nachdem alle noch einmal brav die Toiletten aufgesucht haben, geht es zum Bus. Die Rückfahrt gestaltet sich etwas lauter als die Hinfahrt. Insbesondere die letzte Sitzreihe verarbeitet das Erlebte deutlich hörbar und mithilfe des Schlagens von Klatschpappen auf den Kopf des jeweiligen Sitznachbarn. Die Ermahnungen Verena Waldmanns und der zwei mitgereisten FSJ-er Daniel Polley und Tobias Poppinga beruhigen das Sextett aber schnell. „Das war richtig geil heute“, zeigt sich Haidar noch immer tief beeindruckt. Wahrscheinlich träumt er heute Nacht von Kastening & Co..

Von Mirko Haendel

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