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Nachrichten Gerätehaus: Schneller Baubeginn kostet 660.000 Euro mehr
Region Barsinghausen Nachrichten Gerätehaus: Schneller Baubeginn kostet 660.000 Euro mehr
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00:19 16.02.2019
Auf diesem Grundstück neben dem Freibad Goltern soll das neue Gerätehaus für die beiden Feuerwehren aus Groß- und Nordgoltern entstehen. Quelle: Archiv
Großgoltern

Die Barsinghäuser Stadtverwaltung will bei der Planung und dem Bau des neuen gemeinsamen Gerätehauses für die Feuerwehren aus Nord- und Großgoltern ganz neue Wege gehen. Verwaltung und Politik haben ein großes Interesse daran, dass das anspruchsvolle Bauprojekt so schnell wie möglich verwirklicht wird. Allerdings hat die städtische Gebäudewirtschaft nicht genug Kapazitäten, um den Gerätehausbau in eigener Regie zu planen und zu begleiten. Deshalb soll das Vorhaben nun im Rahmen eines sogenannten Totalunternehmer-Modells von der Unternehmensberatung Partnerschaft Deutschland (PD) betreut werden. Der Haken daran: Die Leistungen von PD müssen teuer bezahlt werden, die Stadt muss dafür 660.000 Euro zusätzlich einplanen.

Die Ratsfraktionen und die Verwaltungsspitze sind geneigt, die Kröte der deutlichen finanziellen Mehrbelastung zu schlucken, wenn nur mit dem Bau des neuen Hauses so schnell wie möglich begonnen werden kann. Nicht nur das Vergabeverfahren ist für Barsinghausen ein Pilotprojekt, sondern auch das Gebäude selbst: Nach der Fertigstellung sollen dort die beiden Ortsfeuerwehren aus Nordgoltern und Großgoltern gemeinsam einziehen.

Die Stadt Barsinghausen ist an dem Unternehmen Partnerschaft Deutschland – einem Dienstleister für den öffentlichen Sektor –auch selbst beteiligt. Bei Auftragsvergaben an PD handelt es sich dadurch laut Einschätzung der Verwaltung um sogenannte In-House-Vergaben, die rechtlich weniger strengen Anforderungen genügen müssen.

Das Totalunternehmer-Modell solle der Versuch sein, die städtische Gebäudewirtschaft zu entlasten, sagte Bürgermeister Marc Lahmann in der jüngsten Sitzung des städtischen Finanzausschusses. Das Verfahren mache den geringsten Aufwand, es sei keine Ausschreibung der Leistungen notwendig. „Das Ganze ist für uns ein Test“, sagte der Bürgermeister. Das für die Projektbetreuung notwendige Personal „würden wir gar nicht bekommen, selbst wenn wir es selbst machen wollten“.

Die Spezialisten von PD sollen nun nach Möglichkeit alle in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure genannten Phasen der Planung von der Vorplanung über die Entwurfsplanung und die Genehmigungsplanung bis hin zur Ausführungsplanung erledigen. Zum Leistungspaket gehört später auch die Vorbereitung und Mitwirkung bei der Vergabe, die Bauüberwachung und Baubetreuung.

Auch wenn das Ganze sehr viel teurer sei: „Uns sind die Hände gebunden, wenn wir die Feuerwehrleute nicht im Regen stehen lassen wollen“, sagte SPD-Ratsherr Reinhard Dobelmann. Ob die Totalunternehmer-Vergabe ein Modellprojekt auch für andere Großprojekte sein könne, „müssen wir noch diskutieren“. CDU-Ratsherr Prof. Roland Zieseniß verwies darauf, dass die Stadt unter Zeitdruck stehe, weil neue Feuerwehrfahrzeuge beschafft werden sollen, die in den vorhandenen Gebäuden nicht untergebracht werden können. „Wir müssen vorankommen“, sagte Zieseniß. Deshalb sei die vorgeschlagene Handlungsoption „ein vernünftiges Modell“. Ähnlich äußerte sich auch Kerstin Beckmann von der Wählergemeinschaft Aktiv für Barsinghausen (AFB). Ein verlässlicher Zeitplan sei für den Gerätehausneubau wichtig. „Da ist es gut, wenn wir uns Unterstützung einkaufen.“ Die Beschleunigung des Projekts dürfe keineswegs zulasten von Ehrenamtlichen gehen, betonte Beckmann.

Der Rat der Stadt entscheidet endgültig über die Vergabe an PD in seiner Sitzung am Donnerstag, 14. Februar.

Von Andreas Kannegießer

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