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Foto: Wenn sie von ihren Wanderungen erzählen, haben Helga und Johannes Winkler schon wieder Lust, sich auf den Weg zu machen – irgendwo in Deutschland.

Wenn sie von ihren Wanderungen erzählen, haben Helga und Johannes Winkler schon wieder Lust, sich auf den Weg zu machen – irgendwo in Deutschland.© Hönemann

Fernwanderweg

Ehepaar wandert durch Europa

Wenn Helga und Johannes Winkler übers Wandern erzählen, kommen sie ins Schwärmen. Einen Teil des Europäischen Fernwanderwegs haben sie in Etappen zurückgelegt – von Kupfermühle an der deutsch-dänischen Grenze bis nach Rapperswil in der Schweiz.

Barsinghausen. Der Europäische Fernwanderweg E 1 führt von Mittelschweden über den Deister bis nach Umbrien in Italien. Er hat eine Länge von rund 4900 Kilometern. Helga und Johannes Winkler sind dem Markierungszeichen des Weges, das Andreaskreuz, gefolgt – in Etappen in mehreren Jahren. Das Ehepaar hat den Teil des Wanderweges von Kupfermühle an der deutsch-dänischen Grenze bis nach Rapperswil in der Schweiz zurückgelegt.

Auftakt war am Pfingstmontag 2002 – damals wohnten die Winklers noch im Frankfurter Westend und entdeckten, dass der Fernwanderweg direkt an ihrem Haus entlangführt. Auf ihrer ersten Tour absolvierten die Wanderer lediglich 17 Kilometer – so weit wie die Füße trugen und ein S-Bahnhof in der Nähe war. Die letzte Lücke im Fernwanderweg schlossen die Barsinghäuser vor zwei Jahren – von Poggenhagen nach Otternhagen. Helga Winkler hat unterwegs stets Tagebuch geführt. Außerdem sind viele Fotos entstanden. Von ihren Erlebnissen berichten beide am Donnerstag im Naturfreundehaus im Bullerbachtal. Der Vortrag mit Filmausschnitten beginnt um 18 Uhr.

Selbstfindung bei Touren

Wandertouren bringen viele Erlebnisse und Erkenntnisse. „Wissen Sie, wie schwer ein Rucksack auf den letzten Metern sein kann?“, fragt Johannes Winkler und lächelt wissend. Da könnten selbst zwölf Kilogramm eine unerträgliche Last sein. Seine Frau Helga kennt das Gefühl, keine Kraft mehr zu haben und dennoch feststellen zu müssen, dass man sich verlaufen hat und eigentlich den Weg zurückgehen müsste - wenn da nicht unterwegs ein Mann ohne viele Worte das Ehepaar in sein Auto gesetzt und in den richtigen Ort gefahren hätte.

Die Barsinghäuser können viel erzählen von ihren Touren durch Deutschland. Von einem Unwetter oberhalb von Schloss Gottorf in Schleswig-Holstein, wo sie es mit der Angst bekommen haben. Von eigentlich zu weiten Strecken und dem Glück einer Unterkunft auf einem Bauernhof und der Wärme einer Backstube. Von der Schönheit des Lippischen Berglands und dem Kraichgau unterhalb des Odenwalds. Und von den Sehenswürdigkeiten, die sie anfangs links liegen gelassen haben, weil sie auf das Wandern konzentriert waren.

„Man muss nicht auf dem Jakobsweg pilgern, um besondere Erfahrungen zu machen“, sagt Helga Winkler. Wie so oft im Leben sei der Weg das Ziel. Unterwegs zu sein bedeute, sich selbst kennenzulernen und zu sich zu finden. „Nach einem Jahr einiger Etappen haben wir unsere Touren wirklich genießen können. Wir hatten auch so gut wie nie Blasen. Vielleicht, weil wir in Wandersandalen gegangen sind“, sagt die 64-Jährige. „Wir haben Erlebnisse gehabt wie in keinem anderen Urlaub. Man muss nur offen sein für alles“, ergänzt ihr Mann.

Als die Winklers noch in Frankfurt arbeiteten - sie als Chefsekretärin in einer großen Anwaltskanzlei, er als Versicherungskaufmann - waren die Touren eine gute Entspannung. Jetzt im Vorruhestand wollen sie bald wieder los - irgendwo, irgendwie quer durchs Land.

Wandertipps

Eine gute Planung und einen guten Wanderführer, der intensiv studiert werden sollte, empfiehlt Johannes Winkler allen, die sich auf den Weg machen wollen. „Spätestens mittags sollte man von unterwegs das Quartier für die Nacht buchen“, sagt der 64-Jährige. In den Rucksack gehörten ausreichend Wasser, Studentenfutter als Notration, Reiseapotheke, Regenschutz, Mütze, Kompass und eine Rettungsdecke. Der Wanderer hatte sogar noch einen Taschenkocher, Trockenbrennstoff und einen Becher bei sich, um sich unterwegs einen Kaffee machen zu können.

Treeske Hönemann


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Barsinghausen ist ...

  • ... eine idyllisch gelegene Kleinstadt am Deister mit 18 Ortsteilen und mehr als 33.000 Einwohnern.
  • ... bekannt für seine Bergbautradition.
  • ... Heimat des Niedersächsischen Fußballverbands - und mit dem Sporthotel oft Gastgeber für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft.
  • ... Ausgangspunkt für Tagesausflüge in den Deister (hier klicken für Ausflugstipps)
  • ... ein Traum für Radfahrer: 70 Kilometer Radwege gibt es, darunter auch der Deisterkreisel.
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