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00:16 30.12.2017
Zu den Aufgaben von Meike Leonie Goetz gehört auch der Englischunterricht in einer Vorschule. Quelle: privat
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Egestorf

 Neugier auf Neues treibt Meike Leonie Goetz aus Egestorf an: Sie will neue Sprachen und Kulturen kennenlernen und sich selbst neuen Herausforderungen stellen. Darum arbeitet die 19-Jährige seit August für ein Jahr als Freiwillige in einer Tanzschule der ugandischen Hauptstadt Kampala.

Wenige Wochen nach ihrem Abitur am Hannah-Arendt-Gymnasium packte die junge Egestorferin im Sommer ihre Koffer und reiste nach Uganda in Ostafrika. Als Freiwillige des entwicklungspolitischen Weltwärts-Lerndienstes in der Trägerschaft der Diakonie Hessen lebt und arbeitet Meike Leonie Goetz in der Sosolya Undugu Dance Academy -- eine Tanzschule in einem Armenviertel von Kampala.

„Ich wusste schon lange, dass ich nicht gleich nach dem Abitur studieren würde, da ich die Möglichkeit nutzen wollte, nochmal ins Ausland zu gehen und voller neuer Eindrücke zurückzukommen“, erklärt Meike, die als 15-Jährige bereits ein Highschool-Jahr in Costa Rica verbracht hatte. Es reize sie sehr, in anderen Ländern zu leben und dort den Alltag zu erfahren. 

Außerdem interessiere sie sich für soziale Arbeit und für Entwicklungshilfe. „Dieses Projekt in Uganda kombiniert alles, was ich mir erhofft hatte: Arbeit mit Kindern, Kreatives wie Tanz und Schauspiel, Medizinisches und einen Aufenthalt in Afrika“, betont die Egestorferin, die in der Tanzschule insbesondere Deutsch und Standardtänze für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 20 Jahren unterrichtet. 

Mehr als 40 Jungen und Mädchen im Alter leben in sechs Zimmern der Tanzschule. Sauberes Trinkwasser sei dort knapp und vom Betrieb eines Wasserfilters abhängig. Zudem fehlten Mosquitonetze zum Schutz vor Malaria.

Zur Tanzschule gehört auch eine Vorschule für etwa 25 Kinder im Alter zwischen vier und sieben Jahren. Dort hilft Meike bei Bedarf mit Spielen im Sportunterricht sowie  mit Mathe- und Englischunterricht aus.

Medizinische Hilfe leistet die junge Freiwillige zudem im Krankenhaus des Naguru Teenage Information and Health Centres für Kinder und junge Erwachsene. „Dort arbeite ich am meisten an der Registrierung und in der Apotheke, wo ich Medikamente für Patienten heraussuche und dosiere“, erläutert die Abiturientin.

Die Tanzsschule sei komplett auf Spenden angewiesen, um zum Beipiel das Geld für Strom, Wasser, Nahrung und Schulmaterial aufbringen zu können. Darüber hinaus treten Tanzgruppen aus der Schule gegen Gage auf, um Einnahmen erzielen zu können.

Das Tanzen sei für die Kinder im Slum von Kampala nicht nur ein Hobby, sondern ein Ausdruck ihrer Lebensfreude -- trotz ihrer Sorgen und Probleme. „Beim Tanzen können sie ihr Talent zeigen und stolz auf sich sein, was hier im Alltag sonst nicht so oft der Fall ist“, berichtet Meike Leonie Goetz, die sich von den Menschen in Kampala sehr gut aufgenommen fühlt und vor allem deren Freundlichkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft hervorhebt.

„Immer wieder beeindruckt mich die unglaubliche Großzügigkeit der Menschen hier. Selbst dann, wenn sie kaum zu Essen und nur ein kleines bisschen Annehmlichkeit haben, teilen sie es gerne. Natürlich kann es auch manchmal unangenehm sein, diese Großzügigkeit anzunehmen“, erläutert die freiwillige Helferin. Die einfache Herzlichkeit und Fröhlichkeit der Menschen beeinflusse die Egestorferin derart, „dass ich an manchen Tagen dauerhaft lächele“.

Nach ihrer Rückkehr aus Uganda im Sommer 2018 will Meike Leonie Goetz einen sozialpolitischen Studiengang „International Development“ anstreben -- voraussichtlich im Ausland oder in Deutschland mit mindestens einem Auslandssemester. „Danach möchte ich gerne in verschiedenen Ländern leben und dort soziale Projekte anleiten und unterstützen“, beschreibt Meike ihre persönlichen Ziele mit viel Neugier auf Neues.

Von Frank Hermann

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