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Region Barsinghausen Nachrichten Wie funktioniert nachhaltige Forstwirtschaft?
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00:17 30.08.2018
Wilhelm Giesecke (dritter von links), Vorsitzender der Forstinteressentenschaft, führt die Mitglieder des FDP-Stadtverbands sowie Mitglieder vom Nabu durch das Waldgebiet oberhalb des Baltenwegs und erläutert, was die Forstinteressentenschaft für die nachhaltige Waldwirtschaft tut. Quelle: Malecha
Barsinghausen

Wie wird das Konzept der nachhaltigen Forstwirtschaft in Barsinghausen umgesetzt. Darüber hat Wilhelm Gieseke, Vorsitzender der Forstinteressentenschaft Barsinghausen-Altenhof, zahlreiche interessierte Wanderer auf Einladung des FDP-Stadtverbands informiert.

208 Jahre gibt es die Forstinteressentenschaft Barsinghausen bereits. Ihr rund 250 Hektar großer Privatwald wird nach den Grundsätzen der langfristigen ökologischen Waldentwicklung (LÖWE) bewirtschaftet, berichtet Gieseke. „Der Zuwachs ist immer höher als die Nutzung, wir setzen auf standortgerechte Baumarten und die Einrichtung von Mischwäldern“, zählt er einige der Grundsätze auf. Zudem würden alte, zum Teil auch morsche Bäume erhalten, um den Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten zu schützen. Zudem gibt es zahlreiche Nistkästen und es werde im Wald weder gedüngt noch gespritzt. „Früher war das Prinzip der Nachhaltigkeit kein Thema, wurde komplett ignoriert – heute ist es das A und O“, sagt Gieseke und berichtet, dass zur Gründungszeit der Forstinteressentenschaft alles was nur ging aus dem Wald rausgeholt wurde.

Sturmschäden sind noch sichtbar

Besonderes Augenmerk legte er bei der Wanderung auf die Sturmschäden durch Kyrill und Friederike. So seien, seit im Frühjahr 2007 der Sturm „Kyrill“ den Wald am stärksten von allen Forstflächen im Deister getroffen habe, mehr als eine halbe Million neue Bäume gepflanzt worden. Der Sturm hatte eine Fläche von etwa 20 Hektar zerstört. Das Waldgebiet oberhalb des Baltenweges hat sich durch Sturmschäden der großen Stürme Kyrill und Friederike stark verändert.

Bei der Wanderung stellte Gieseke auch die Besonderheiten des Waldes vor: Unter anderem das Buchenarboretum an der Köte. Auf einer etwa ein Hektar großen Fläche stehen nun 18 Buchensorten – darunter auch Exoten, wie sie heute nur noch selten zu finden seien. „Das Arboretum soll die Vielfalt der heimischen Buche aufzeigen“, erläuterte Gieseke.

Projekt Wald in Not

Zudem wies er auch auf das Projekt „Wald in Not“ hin, bei dem eine vom Orkan Kyrill zerstörte Waldfläche an der Lauenauer Allee auf besondere Weise wieder aufgeforstet worden ist. Statt Nutzholz stehen dort nun vor allem Wildobstbäume. Rund 5000 Quadratmeter groß ist die Fläche oberhalb der Lauenauer Allee. Die Forstgenossen haben dort Rotbuchen, Bergahorne, Kirschen, Elsbeeren, Apfel- und Birnenbäume gepflanzt – mit Unterstützung der Firma Fielmann, die alle 2700 Jungbäume im Wert von rund 4800 Euro gestiftet hatte.

„Seit 2011 werden entlang er Lauenauer Allee im oberen Bereich Bäume des entsprechenden Jahres, die von der Stiftung „Baum des Jahres“ ausgerufen werden, gepflanzt“, wies Gieseke auch noch eine Besonderheit des Waldstücks hin. Ziel sei es, Menschen auf verschiedene Baumarten aufmerksam zu machen und für dieses „lebendige Naturgut“ zu sensibilisieren.

Doch Gieseke hatte nicht nur positives zu berichten. Bei der Wanderung kritisierte er auch die fehlende Hilfe der Stadt. „Vor einigen Jahren wurden nun auch alle Mülleimer abgebaut – seither müssen wir den Abfall selber aufsammeln und wegräumen“, sagte er.

Naturschützer und Fachmann Olaf von Drachenfels wies zudem auf die Verbreitung der „Spätblühenden Traubenkirche“ hin. Diese invasive Baumart stammt ursprünglich aus Nordamerika und hat sich in Teilen des Waldes verbreitet. „Die muss beseitigt werden“, forderte er. Denn die Pflanze ist nicht nur für Mensch und Tier giftig, sie konkurriert auch mit heimischen Pflanzen und ihr Wildwuchs lässt sich nur schwer eindämmen. In den Niederlanden ist sie daher schon als „Waldpest“ bekannt.

Von Lisa Malecha

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