Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Oberschule wirbt um Unterstützung für die eigene Zukunft
Region Barsinghausen Nachrichten Oberschule wirbt um Unterstützung für die eigene Zukunft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:45 09.11.2018
Der didaktische Leiter Jürgen Bloeck (links) und Fachbereichsleiterin Petra Wissel (Zweite von rechts) erläutern den Ratsmitgliedern Ingeborg Becker (CDU) und Günter Gottschalk (SPD) ein Gerät zur Unterstützung für sehbehinderte Schüler. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Die Barsinghäuser Lisa-Tetzner-Oberschule (LTS) kämpft um ihre Zukunft. Mit einer Abendveranstaltung in der Aula des Schulzentrums haben Kollegium, Schüler und Eltern am Donnerstag ihre Schule präsentiert und um Unterstützung für die anstehenden Entscheidungen im Rat der Stadt geworben. Die Politiker wollen in der Ratssitzung am 6. Dezember entscheiden, ob die Oberschule an die Goetheschule (KGS) angegliedert wird oder ob sie im Schulzentrum Am Spalterhals eine Zukunft hat.

Hintergrund der Überlegungen ist der sanierungsbedürftige Gebäudeflügel der LTS, der aus Brandschutzgründen eigentlich nur noch bis Ende nächsten Jahres genutzt werden darf. Bei einer Entscheidung zugunsten des alten Standortes stehen ein Neubau und eine Kernsanierung des D-Traktes im Schulzentrum zur Auswahl. Eine – allerdings umstrittene – Wirtschaftlichkeitsbetrachtung des Beratungsunternehmens Partnerschaft Deutschland hat der Stadt empfohlen, die Oberschule aus Kostengründen auf das Gelände der Goetheschule zu verlagern. Verwaltung und Politik hatten aber betont, dass bei der Entscheidung nicht nur wirtschaftliche Gesichtspunkte eine Rolle spielen dürften, sondern auch pädagogische und schulfachliche Gesichtspunkte einbezogen werden müssten. In den vergangenen Wochen hatte es daraufhin zahlreiche Gespräche gegeben, in die auch die Landesschulbehörde und externe Experten einbezogen waren.

Ihren Informationsabend am Donnerstag hatten die Verantwortlichen der Oberschule unter das Motto „Die LTS lebt“ gestellt. Auch die musikalische Begrüßung von Schülern der Klassen 5a und 5b fiel unmissverständlich aus: „Die LTS soll bleiben“, sangen die Jungen und Mädchen. LTS-Schulleiter Markus Vehrenkamp betonte, dass die aktuelle Phase der Unsicherheit für alle Akteure der Schule „sehr anstrengend und nervenaufreibend“ sei. Die zurückliegenden Gespräche seien „ein Wechselbad der Gefühle“ gewesen. „Aber wir sind von der absoluten Notwendigkeit des Fortbestandes der Schule überzeugt“, sagte er. Selbstkritisch betonte Vehrenkamp, dass die Lisa-Tetzner-Schule in der Vergangenheit „mutiger hätte sein sollen im Auftritt nach außen – aber wir sind lernfähig“.

Vehrenkamp und das Team der LTS-Fachbereichsleiter erläuterten zudem die pädagogischen Schwerpunkte. „Die Oberschule ist keine KGS in klein, wie oft gemutmaßt wird“, betonte der Schulleiter. Beim gemeinsamen Lernen werde in der Oberschule nicht zwischen Schulzweigen differenziert, hieß es. „Erst am Ende des Jahrgangs 10 werden wesentliche Bildungsentscheidungen getroffen, nicht schon am Ende der Grundschule“, betonte Vehrenkamp. In einzelnen Fächern und Jahrgängen bietet die LTS sogenannte Fachleistungskurse an, etwa in Mathematik und Englisch. „Die Durchlässigkeit ist aber sehr groß, weil das nur einzelne Fächer betrifft“, sagte Vehrenkamp. „Wir machen keinen Stempel drauf auf die Kinder“, ergänzte die für Inklusion verantwortliche Lehrerin Ines Vicente. Sie verwies außerdem darauf, dass die LTS am Schulzentrum viel Platz habe. „Die Kinder haben Raum, um sich zu entfalten.“ Zudem lägen nur 50 Prozent der von der Oberschule genutzten Räume tatsächlich im renovierungsbedürftigen D-Trakt.

Elternratsvorsitzende Marion Wildemann bedankte sich bei den Pädagogen für deren Einsatz. „das Kollegium überzeugt uns immer wieder, dass wir hier richtig sind“, sagte sie. Den Eltern seien Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen egal, weil es um die Schüler gehen müsse, betonte Wildemann. „Die Kinder sind die Zukunft unserer Stadt.“ Auch die Schülervertreter Björn und Anna appellierten an Rat und Verwaltung. Jeder Schüler solle sich die Schule aussuchen können, argumentierten die beiden. „Warum soll uns dieses Recht genommen werden, nur weil die Stadt den Brandschutz vernachlässigt hat?“

Eindeutige Botschaft: "Die LTS soll bleiben", singen die Schüler der Klassen 5a und 5b. Quelle: Andreas Kannegießer

Von Andreas Kannegießer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) bereitet Barsinghausens größte Weihnachtsfeier für Senioren am Sonnabend, 8. Dezember, im Zechensaal vor. Sponsoren unterstützen diesen festlichen Nachmittag.

09.11.2018

Die Modellfluggruppe Barsinghausen hat ihre Freiluft-Flugsaison beendet. Im Winter treffen sich die Aktiven regelmäßig in Sporthallen, um ihre elektrischen Flugmodelle starten zu lassen.

09.11.2018

Drei Schülerinnen des Hannah-Arendt-Gymnasiums haben zur Geschichte der ehemaligen Barsinghäuser Synagoge recherchiert und die Ergebnisse im Gedenkgottesdienst zur Pogromnacht von 1938 vorgetragen.

09.11.2018