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Region Barsinghausen Nachrichten Gewerbegebiet: Archäologen machen weitere Funde
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17:21 31.07.2018
Die Grabungen auf dem künftigen Gewerbegrundstück am Calenberger Kreisel sind endgültig beendet. Quelle: Archiv (Kannegießer)
Barsinghausen

Die archäologischen Untersuchungen auf dem Areal des künftigen Gewerbegebiets am Calenberger Kreisel haben sich ein weiteres Mal länger hingezogen als ursprünglich geplant. Nachdem die Stadtverwaltung und das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege vor rund zwei Monaten bereits das bevorstehende Ende der Grabungen angekündigt hatten, haben sich noch einmal neue Hinweise auf im Boden verborgene Spuren der historischen Besiedlung ergeben. Daraufhin haben die Mitarbeiter der Berliner Grabungsfirma AAB auch die bislang unerforschten Bereiche im westlichen Geländeteil – zwischen den Fundstellen eines uralten Gräberfeldes und den Resten eines Schafstalls aus neuerer Zeit – genauer unter die Lupe genommen. „Das Gelände ist jetzt flächig untersucht“, sagt Bezirksarchäologe Friedrich-Wilhelm Wulf. Erst vor wenigen Tagen sind die Grabungsarbeiten nun endgültig abgeschlossen worden. Das Team von AAB ist abgezogen und nun von Berlin aus mit der Dokumentation der Funde beschäftigt. Im künftigen Gewerbegebiet ist dagegen der Weg frei für den Beginn der Erschließungsarbeiten.

Auf dem Areal haben die Grabungstechniker unter anderem Hausgrundrisse, Reste von Speicherbauten und einen in den Boden eingebauten Ofen dokumentiert. Der historisch offenbar bedeutsamste Fund ist eine kreisförmig angeordnete Gräberanlage mit Urnenresten. Im Mittelpunkt der Anlage befand sich ein Pfosten oder eine Stele. „Die Kreisgrabenanlage ist archäologisch etwas ganz Besonderes“, sagt Barsinghausens Stadtarchivar Gerald Bredemann. Er vermutet, dass die Siedlungsreste urgeschichtlichen Ursprungs sind und aus dem ersten vorchristlichen Jahrtausend stammen. Genaueres könne aber erst nach der exakten Auswertung der Funde gesagt werden, betont Bredemann.

In den zusätzlich untersuchten Geländebereichen gegen Ende der Grabungen sind nach den Worten des Archivars vor allem Reste von Lager- und Vorratsgruben unterschiedlicher Länge und Breite dokumentiert worden. Auch die Reste des mutmaßlichen Klostergutes aus dem 18. Jahrhundert sind in den vergangenen Wochen noch ganz freigelegt worden. Neben dem Schafstall befand sich auf dem Areal früher offenbar auch ein Wohnhaus, das aus Fachwerk errichtet war.

Zum Auftrag der Grabungsfirma AAB gehört es nun, alle Fundstücke mit Fotos, teilweise Zeichnungen und Beschreibungen zu erfassen und eine erste Kurzauswertung zu erstellen, wie Wulf erläutert. Dann müssen die Funde beim Landesamt für Denkmalpflege abgeliefert werden. Die ausführliche wissenschaftliche Einordnung könnte dann im Rahmen einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit oder einer Promotion vorgenommen werden. Dabei gibt es allerdings keinen Zeitdruck. „Wichtig ist, dass die Funde erhalten sind und der Forschung zur Verfügung stehen“, sagt Bredemann.

Bezirksarchäologe Wulf hat unterdessen die Absicht des Landesamtes für Denkmalpflege bekräftigt, im nächsten Jahr eine Ausstellung mit Fundstücken aus der jetzt abgeschlossenen Grabung zu präsentieren. Als Schauplatz sei das Rathausfoyer vorgesehen, sagt er. „Auch die Stadt hat daran großes Interesse.“

Von Andreas Kannegießer

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