Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Findlinge auf Parkstreifen sorgen für heftige Kritik
Region Barsinghausen Nachrichten Findlinge auf Parkstreifen sorgen für heftige Kritik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:21 12.09.2018
Täglich werden es mehr: Die Stadtverwaltung lässt derzeit den Parkstreifen entlang der Röntgenstraße am Ortsausgang mit Findlingen und Baken versehen, um Lastwagen das Parken unmöglich zu machen. Bei vielen Bürgern ist die Aktion umstritten. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Die Entscheidung der Stadtverwaltung, den Parkstreifen entlang der Röntgenstraße im Gewerbegebiet Reihekamp mithilfe großer Findlinge für Lastwagen zu blockieren, hat für viel Kritik und heftige Reaktionen von Bürgern gesorgt. Auf der Facebook-Seite der HAZ wird das Thema seit Dienstagabend sehr intensiv diskutiert. Der Tenor ist eindeutig: Die Blockadeaktion sei überflüssig, das Ganze erinnere an einen Schildbürgerstreich.

Mit Hilfe der Findlinge will die Verwaltung verhindern, dass auf dem Seitenstreifen Lastzüge – häufig übers Wochenende – abgestellt werden. Das Argument der Straßenverkehrsbehörde: Der Parkstreifen sei zu schmal für Lastwagen, es gebe Sicherheitsbedenken.

Das wollen die vielen Kritiker nicht gelten lassen: „Das sind Lkw-Parkbuchten, das erkennt jeder Laie an den Abmessungen“, schreibt Thomas Marx auf Facebook. Holger Schulz gibt sich als Lastwagenfahrer zu erkennen und lässt seiner Wut freien Lauf: „Ich habe noch nie eine so Lkw-Fahrer-unfreundliche Stadt erlebt“, meint Schulz. Über die Aktion der Stadt und die dabei verschwendeten Steuergelder könne er „nur noch lachen“. Er will Konsequenzen ziehen, Barsinghausen demnächst „komplett verlassen und in eine Stadt ziehen, wo Lkw-Fahrer noch respektiert werden und die Seitenstreifen nur für Lkw sind – auch am Wochenende“. Der Facebook-Nutzer erläutert in einer weiteren Stellungnahme, warum Parkmöglichkeiten für Lastzüge aus Sicht der Betroffenen unbedingt notwendig seien: „Wenn ich jetzt keinen geeigneten Platz finde, muss ich leider meinen jetzigen Job aufgeben.“ Auf dem Autohof in Bantorf stehe sein Lastzug nicht sicher. Dort werde häufig gestohlen. „Und dafür muss ich 20 Euro am Wochenende entrichten, und nix ist versichert.“ Bei Schäden müsse er als Fahrer dafür aufkommen.

„Alle wollen die Lkw aus den Städten haben, aber außerhalb alles verbarrikadieren –Dummheit!“, kommentiert Facebook-Nutzer Peter Brink die Aktion. Ingo Tadje flüchtet sich in Sarkasmus: „Wieder einmal eine Glanzleistung unserer Verwaltung“, schreibt er. Das Parkverbot für Lastwagen in einem Gewerbegebiet sei „echt der Hammer“. „Und im Supermarkt wird gemotzt, wenn der Joghurt nicht rechtzeitig da ist“, meint Tadje. Rolf Jäger verweist darauf, dass den Fahrern, die gerade Firmen in Barsinghausen beliefert hätten, nun die Möglichkeit genommen werde, Feierabend zu machen und sich an gesetzliche Lenk- und Ruhezeiten zu halten. „Es gibt so Sachen, da kann man nix Schlaues mehr zu sagen“, kommentiert er resigniert. Auch Facebook-Nutzerin Marie-Christin Klose hält die Entscheidung der Stadtverwaltung für „weltfremd“. Sie verweist darauf, dass es „einfach zu wenig Platz und Alternativen für Lkw-Fahrer“ gebe. So lange der Einkauf im Netz günstiger bleibe als der Einzelhandel, werde auch der Transport mit Lastwagen weiter zunehmen. „Vielleicht sollte man eher an der Attraktivität eines Autohofes arbeiten als Lkw-Fahrern das Leben schwer zu machen“, findet Klose.

Anna-Lena Kietzmann argumentiert, dass die Lastwagen an der Röntgenstraße niemanden gestört hätten: „Echt lächerlich“, schreibt sie. Facebook-Nutzer Frank Seegers kommentiert: „Das zeigt doch, dass die Stadtväter und -mütter in Barsinghausen nicht nur mal wieder ohne Sinn und Verstand, sondern auch noch verkehrsunfreundlich unterwegs sind.“ Das Ganze sei „ein gelungener Schildbürgerstreich“. Soeren Methe wendet sich mit seiner Stellungnahme direkt an die Stadtspitze: „Herr Bürgermeister, weniger Geld in Dinge stecken, die keinen Sinn haben – danke!“, fordert er. Und auch Gabi Könemann lässt ihrem Unmut freien Lauf: Erst würden Parkflächen geschaffen und dann mit Findlingen blockiert. „Das ist ein unglaublicher Blödsinn. Wer denkt sich nur solchen Mist aus?“, fragt die Facebook-Nutzerin.

Von Andreas Kannegießer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Oliver Stemme hat im März 2017 seine Tätigkeit als Schulsozialarbeiter an der Goetheschule-KGS aufgenommen. Nach eineinhalb Jahren trägt die Arbeit viele Früchte, die Schüler vertrauen „ihrem Olli“.

12.09.2018

Die Bullerbachkinder haben ihr 15-jähriges Gruppenbestehen mit einem kleinen Feuer gefeiert – wegen der Trockenheit aber fernab des Deisters, wo sie sich sonst einmal wöchentlich treffen.

15.09.2018

Mit einer rustikalen Lösung verhindert die Stadtverwaltung das unerwünschte Parken von Lastwagen entlang der Röntgenstraße: Auf dem Parkstreifen werden Findlinge platziert und Baken montiert.

11.09.2018