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Region Barsinghausen Nachrichten Am Reihekamp wird ein neuer Aldi-Markt gebaut
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19:19 12.02.2019
Das Zusammenspiel von Aldi und Rewe am Reihekamp bleibt auch künftig erhalten: Aldi baut auf einem Nachbargrundstück einen neuen Discountmarkt und macht gleichzeitig Flächen frei für eine Vergrößerung des Rewe-Marktes. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Die Entscheidung über die künftige Struktur des Nahversorgungszentrums Am Reihekamp ist gefallen: Auf dem Gelände der leer stehenden Lagerhalle an der Ecke Bunsenstraße/ Reihekamp wird ein neuer, großzügig dimensionierter Aldi-Markt neu gebaut. Die Fläche des jetzigen Aldi-Marktes steht danach für die lange geplante Erweiterung des benachbarten Rewe-Marktes zur Verfügung. Verlierer der jüngsten Entwicklung ist der Lidl-Konzern: Noch im Herbst vergangenen Jahres hatte alles danach ausgesehen, dass am Reihekamp Lidl mit einem Neubau zum Zuge kommen würde. Der Discounter hatte bereits öffentlich angekündigt, seinen Standort an der Steinklippenstraße aufgeben und an den Reihekamp umziehen zu wollen.

Das rund 7400 Quadratmeter große Eckgrundstück mit der verlassenen Lager- und Produktionshalle befindet sich im Eigentum der Unternehmensgruppe May & Co. aus Itzehoe. Die erfahrene Immobilien- und Projektentwicklungsgesellschaft hatte den Standort Ende 2017 erworben, um dort ein Einzelhandelsprojekt zu verwirklichen. Schon bald zeichnete sich ab, dass die Entscheidung über die Ansiedlung zwischen den beiden Discountern Aldi oder Lidl fallen würde. Die Stadt Barsinghausen hatte der May-Gruppe nach außen hin weitgehend freie Hand gelassen und betont, dass sie mit beiden Varianten leben könne. In der zweiten Jahreshälfte 2018 waren die Verhandlungen zwischen der May-Gruppe und Aldi allerdings ins Stocken geraten, sodass über Monate hinweg alles nach einem Vertragsabschluss mit Lidl ausgesehen hatte. In der Politik hatte es daraufhin auch kritische Stimmen zur potentiellen Lidl-Ansiedlung gegeben. Eine Befürchtung: Lidl könnte den wegen ihrer begrenzten Flächen limitierten Konkurrenten am Standort Reihekamp das Wasser abgraben.

So könnte der neue Aldi-Markt am Reihekamp nach dem aktuellen Unternehmenskonzept aussehen. Quelle: Aldi

„Wir haben unser Konzept noch einmal kritisch überdacht“, sagt dazu der verantwortliche Projektentwickler Jörg Ruschmeyer von May & Co. „Lidl wäre an diesem Standort nicht die ideale Lösung gewesen. Wir wollten die optimale Lösung für die Stadt.“ Mit der Kombination von Rewe und Aldi sei der Nahversorgungsstandort am Reihekamp „besser aufgestellt“. Deshalb habe sich sein Unternehmen nun endgültig für die Zusammenarbeit mit Aldi entschieden. Auch die Aldi-Zentrale habe der Einigung inzwischen zugestimmt. Der Vertrag werde in den nächsten Tagen beurkundet, kündigt Ruschmeyer an. „Und alle haben gewonnen.“

Auf dem Areal der Lager- und Produktionshalle wird nach Ruschmeyers Worten ein moderner Aldi-Markt mit rund 1300 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen – das sind rund 500 Quadratmeter mehr, als der vorhandene Aldi-Markt am Reihekamp an Verkaufsfläche hat. Vor dem Markt sollen etwa 90 breit dimensionierte Stellplätze gebaut werden. „Jeder soll sich freuen, auf den Parkplatz zu fahren“, betont Ruschmeyer. Weil das Grundstück großzügig dimensioniert ist, könnten sowohl der Markt wie auch der Parkplatz zu einem späteren Zeitpunkt sogar noch erweitert werden, wie der Projektentwickler erläutert.

Die alte Lager- und Produktionshalle eines Verpackungsmittelherstellers an der Ecke Bunsenstraße/Reihekamp soll einem modernen Aldi-Markt weichen. Quelle: Andreas Kannegießer

Um die Baupläne realisieren zu können, muss der Bebauungsplan für das Areal von der Stadt geändert werden. Der neue Plan befindet sich bereits im Verfahren, ein Termin für dessen Beschluss als Satzung ist nach Einschätzung von May & Co. allerdings schwer zu prognostizieren. „Wir machen Tempo und wollen der Stadt nach Kräften zuarbeiten“, sagt Ruschmeyer. Ziel sei es, noch in diesem Jahr die Bauarbeiten ausschreiben und zum Jahreswechsel 2019/2020 mit den Arbeiten starten zu können.

Rewe-Markt-Inhaber ist glücklich über Entscheidung

Die Entscheidung der May & Co.-Gruppe zugunsten von Aldi als Partner für einen Supermarktneubau am Reihekamp bietet auch dem im Nahversorgungszentrum ansässigen Rewe-Supermarkt erhebliche Entwicklungschancen. Weil der alte Aldi-Markt Flächen in dem Gebäudekomplex aufgibt, kann der Rewe-Markt seine lange gehegten Pläne zur Vergrößerung endlich umsetzen. „Diese Nachricht macht mich sehr glücklich“, sagt Rewe-Markt-Inhaber Thorsten Krause. Für ihn biete sich dadurch die Chance, die Verkaufsfläche von derzeit gut 2000 auf rund 3000 Quadratmeter zu vergrößern, erläutert der Unternehmer. Zugleich könne der gesamte Komplex grundlegend modernisiert werden. „Das müssen wir dringend tun“, sagt Krause. Der Zeitplan dafür werde in enger Abstimmung zwischen Rewe und Aldi aufgestellt. „Aber wir müssen auch einen Ausweichstandort für die Zeit des Umbaus finden“, betont der Einzelhändler. Am Reihekamp gebe es ein gutes Miteinander zwischen Rewe und Aldi. Jeder profitiere vom anderen, sagt Krause. „Lidl als dritter Anbieter wäre für den Standort nicht gut gewesen.“

Überaus zufrieden über die Einigung mit der May & Co.-Gruppe ist auch Thorsten Effner, Expansionsleiter der zuständigen Aldi-Regionalgesellschaft in Rinteln. „Das ist prima. Wir haben uns länger darum bemüht“, sagt Effner. Nach den Worten des Aldi-Managers wird die Firma May & Co. das Bauprojekt so lange vorbereiten und begleiten, bis die Baugenehmigung vorliege. Dann werde Aldi das Grundstück von May & Co. erwerben und den neuen Markt voraussichtlich in eigener Regie bauen lassen. „Details hängen vom Bebauungsplan ab“, sagt Effner. Aldi hoffe, dass genau dasselbe Gebäude errichtet werden könne wie beim jüngsten Neubau eines Aldi-Marktes in Hessisch Oldendorf.

Der Lidl-Konzern als großer Verlierer der jüngsten Entwicklung hält sich auf Anfrage bedeckt. Wie es mit dem Lidl-Markt an der Steinklippenstraße weitergehe und ob der Discounter nun nach alternativen Standorten im Barsinghäuser Stadtgebiet suche, lässt Lidl offen. Aktuell könne ihr Unternehmen keine Angaben zu Barsinghausen machen, „da wir uns in der Planungsphase befinden“, teilt eine Lidl-Sprecherin lediglich mit.

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Von Andreas Kannegießer

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