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Redakteurin Lisa Malecha arbeitet für einen Abend in der Hütte der IG Weihnachtsdorf und verkauft dort zusammen mit der IG-Vorsitzenden Ulla Völkner (links) Glühwein.

Redakteurin Lisa Malecha arbeitet für einen Abend in der Hütte der IG Weihnachtsdorf und verkauft dort zusammen mit der IG-Vorsitzenden Ulla Völkner (links) Glühwein.
© Mirko Haendel

Barsinghausen

So läuft eine Schicht in der Glühweinhütte der IG-Weihnachtsdorf

Einschenken, abrechnen, spülen: Redakteurin Lisa Malecha hat in der Hütte der IG-Weihnachtsdorf Glühwein am Thie ausgeschenkt. Einen Abend lang stand sie mit der IG-Vorsitzenden Ulla Völkner hinter dem Tresen. 

Barsinghausen.  Draußen regnet es, als ich mich auf den Weg zum Weihnachtsdorf am Thie mache. Kein ideales Wetter, um den Markt zu besuchen – aber immerhin stehe ich in der kleinen Hütte der IG-Weihnachtsdorf im trockenen. Mit Schal, Handschuhen und Mütze sollte das schon gehen, denke ich mir – und bin überrascht, als ich den Glühweinstand betrete: „Ganz schön warm hier“, sage ich. „Wir haben ja auch einen Heizlüfter“, entgegnet mir Ulla Völkner, Vorsitzende der IG-Weihnachtsdorf. Sie will mich heute einweisen. Mit ihr verbringe ich meine Schicht auf dem Weihnachtsdorf. Doch bevor es losgeht ziehe ich Handschuhe und Mütze wieder aus. Die Mütze rutscht mir ohnehin ins Gesicht und die Handschuhe stören beim Ausschenken. 

Dann soll ich auch schon loslegen. Drei große Behälter stehen hinter mir. „Das links ist der Kinderpunsch, in der Mitte steht Holunder-Glühwein und rechts ist der Glögg“, sagt Völkner. Auf den großen Töpfen stehen Becher „damit sie für die Besucher schön vorgewärmt werden“: blaue für alkoholische Getränke, gläserne für den Kinderpunsch. „Die Getränke müssen immer um die 75 Grad warm sein“, sagt Völkner. „Das sehen Sie an der roten Lampe.“Dann kommt auch schon der erste Marktbesucher an den Stand. „Ein Glühwein – normal“, sagt er.

Glühwein? Der Topf in der Mitte, oder? „Genau“, sagt Völkner. Ich fülle den Becher, die IG-Weihnachtsdorf-Vorsitzende beobachtet mich dabei. „So ist die Tasse genau richtig gefüllt“, sagt sie. Ich gebe dem Gast sein Getränk, er guckt mich erwartungsvoll an. „Mist, ich kenne die Preise noch gar nicht“, denke ich mir und drehe mich hektisch zur großen Tafel um. „Zum Glück ist heute nicht so viel los“, sagt Völkner.An guten Tagen drängen sich die Kunden vor dem Tresen, die mit heißen Getränken versorgt werden wollen. Doch heute läuft es eher schleppend. „Bei dem Wetter will einfach niemand raus“, meint Völkner.

Und das Wetter spielt in diesem Jahr wirklich nicht mit. „Es ist schon deprimierend, wenn man hier ehrenamtlich steht und einfach stundenlang keiner kommt“, sagt Völkner. Da kann es mitunter ganz schön langweilig im Dienst werden. Schließlich müssen die IG-Mitglieder den Stand täglich besetzen – drei Wochen lang jeweils von 14 bis 20 Uhr, sonnabends bereits ab 11 Uhr. Etwa zwölf Helfer teilen die Schichten unter sich auf. Je zwei seien gleichzeitig in der Hütte, erläutert Völkner – und wird schon vom nächsten Kunden unterbrochen.Mehrere Tassen Glühwein, Glögg und Punsch werden gewünscht. „Einer mit Schuss“, bestellt der Kunde. „Rum oder Amaretto?“, fragt Völkner. „Rum.“ Aber wo stand der nun gleich noch? Und wie viele Tassen Punsch und Glögg hatte der Mann dazu noch bestellt? Ich frage lieber nochmal nach.

Aber langsam arbeite ich mich ein. Bei der nächsten Bestellung klappt es schon reibungslos. Und ich denke sogar daran, die gebrauchten Tassen direkt in den kleinen Geschirrspüler zu stellen.Völkner und ich arbeiten gut zusammen. Während ich die Tassen mit dem dampfenden Getränken befülle, kassiert sie die Besucher ab. „So ist das einfacher, und man kommt sich nicht ins Gehege“, sagt die Expertin. Immerhin ist es eng hinter dem Tresen, da muss man sich aufteilen. Im Hintergrund dudelt Weihnachtsmusik. „Kinder stellt die Stiefel raus...“: Den Ohrwurm werde ich den ganzen Abend nicht mehr los. „Ich höre das mittlerweile nicht mehr“, meint Völkner. „Sie Glückliche“, kann ich die Aussage nur kommentieren, bevor ich aus dem Dienst entlassen werde. Es ist 18.30 Uhr, und es regnet immer noch. „Da kommt heute nichts mehr, den Rest schaffe ich allein“, sagt Völkner.

Von Lisa Malecha


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