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Region Barsinghausen Nachrichten Alte-Zeche-Team will Bergwerk erneut vergrößern
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00:15 21.02.2013
Edwin Withum schaufelt mit dem Radlader Abraumgestein aus dem Klosterstollen in einen Container. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Die Fährt beginnt am Ende des 1470 Meter langen Klosterstollens und führt mit einer Neigung von acht Grad hangaufwärts ins Gebirge hinein. In dieser Fährt hätten früher zwei Gleise gelegen, um die abgebaute Steinkohle aus den Abbaustrecken abzutransportieren, erläutert Alte-Zeche-Geschäftsführer Dieter Lohmann. In den vergangenen Jahrzehnten sei der instabile Ton von unten nach oben regelrecht in die Fährt hineingewachsen. „Jetzt haben wir nur noch eine Höhe von einem halben Meter.“ Die Mitarbeiter der Alten Zeche müssen bei der Wiederherstellung der Fährt genau dieselben Probleme lösen wie die Bergleute während der Betriebszeit des Steinkohlenbergwerks. „Das Absenken der Sohle war eine immer wiederkehrende Aufgabe“, berichtet Lohmann. Nach oben hin gibt es dagegen keinerlei Stabilitätsprobleme. Das sogenannte Deckgebirge sei „glatt und astrein“, sagt der Alte Zeche-Chef. Wenn die Fährt wieder freigelegt ist, will Lohmann darin technisches Bergbaugerät präsentieren. „Wir haben gute Kontakte ins Ruhrgebiet, und dort werden immer wieder Zechen stillgelegt.“ Insgesamt vier alte Abbaustrecken könnten im Besucherbergwerk auf ähnliche Weise wieder befahrbar gemacht werden. „Wir werden aber nichts übers Knie brechen“, sagt Lohmann. „Das ist eine Aufgabe nicht nur für dieses Jahr.“ Am Ende könnte der rund 400 Meter lange Rundweg unter Tage deutlich länger werden.

Das Barsinghäuser Besucherbergwerk plant für das Frühjahr eine größere Übung mit Höhenrettern der Feuerwehr, um Rettungsarbeiten über den Wetterschacht Schnepfenflucht zu proben. Die Schnepfenflucht mitten im Deister ist ein rund 80 Meter tiefer Schacht, der zugleich als Notausgang für den Klosterstollen vorgesehen ist.

Die Alte Zeche hat im vergangenen Jahr die Schnepfenflucht noch besser für etwaige Notfälle vorbereitet: Über dem Schacht ist jetzt ein stationäres Gerüst mit Umlenkrollen für die Seilführung aufgestellt, und am unteren Ende der Schnepfenflucht sind Handläufe, ein Gitterrost und eine Signalanlage montiert worden. Dort ist im Jahr 2012 auch ein neuer, leistungsfähiger Grubenlüfter aufgestellt worden, der bei ungünstigen Wetterlagen die Sauerstoffversorgung im Bergwerk verbessern hilft.

In den ruhigeren Wintermonaten haben die fünf im Bergwerk beschäftigten Bürgerarbeiter zuletzt sogenannte Nachrissarbeiten erledigt. Das sind Erweiterungsarbeiten an engen Stellen im Klosterstollen oder den anderen befahrbaren Bereichen, wie Alte Zeche-Geschäftsführer Dieter Lohmann erläutert. Der anfallende Abraum wird mit der Grubenbahn nach draußen transportiert und anschließend in Containern entsorgt. Für solche Arbeiten nutzen die Alte Zeche-Mitarbeiter die Förderwagen, die sie im vergangenen Jahr aus Stahl teilweise selbst gebaut haben. „Die alten hölzernen Förderwagen waren nicht mehr zu reparieren“, sagt Lohmann.

Im vergangenen Jahr sind 8131 Gäste in das Besucherbergwerk eingefahren. Zehn Besucherbetreuer kümmern sich abwechselnd um die Gäste, darunter mit Petra Henjes auch eine Frau. „Die Zahl der Betreuer reicht zurzeit aus“, sagt Lohmann. Allerdings seien die meisten über 70 Jahre alt. „Insofern würden wir Nachwuchs begrüßen.“

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