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Falschüberweisung

Ein Tippfehler in der Online-Überweisung - und schon ist das Geld auf einem falschen Konto.© istock.com

Falschüberweisung

Wie bekommt man sein Geld zurück?

Ein Tippfehler und die Überweisung landet nicht auf dem gewünschten Empfängerkonto, sondern verirrt sich im Datendickicht der Bank. Welche Möglichkeiten bestehen, das Geld zurückzuholen?

Beim Online-Banking kann es schnell zu Fehlern kommen. Anders als früher muss heute jeder, dem dieses Missgeschick passiert, davon ausgehen, dass der Betrag auch auf einem falschen Empfängerkonto landet. „Aufgrund neuer rechtlicher Regeln müssen Geldhäuser seit Anfang November 2009 die Kontonummer nicht mehr mit dem Namen des Empfängers vergleichen“, erklärt Thomas Bieler von der ING-Diba den verringerten Kundenschutz. Eine Folge aus dieser Veränderung besteht nach seiner Ansicht darin, dass Kunden gegenüber ihren Kreditinstituten nunmehr keinen Anspruch auf die Erstattung des fehlgeleiteten Betrags haben.



Auf Einsichtigkeit des Empfängers hoffen



Wer sein Geld zurück haben will, der sollte schnell aktiv werden. Sobald man den Fehler bemerkt, gilt es unverzüglich die Hausbank zu informieren. Unter Umständen kann sie die Überweisung noch vor Gutschrift des Betrags auf dem falschen Empfängerkonto stoppen. „Fällt der Fehler erst später auf, wird es kompliziert, weil Banken Namen und Anschrift ihrer Kunden ohne deren Zustimmung aus Datenschutzgründen nicht weitergeben dürfen“, so Bieler. Da der Auftraggeber der Überweisung Namen und Adresse des unbeabsichtigten Empfängers nicht kenne, bleibe ihm nur eine Möglichkeit: Er muss die Bank des Empfängers direkt anschreiben, den Fall schildern und das Geldhaus bitten, den Rückforderungsbrief an den Kontoinhaber weiterzuleiten, damit dieser eine Rücküberweisung veranlasst.



Letztes Mittel: Der Gang zum Anwalt



Reagiert der Zahlungsempfänger nicht, bleibt dem Geschädigten nur der Weg zum Rechtsanwalt. Schließlich hat der Unbekannte das Geld zu Unrecht erhalten und gilt juristisch gesehen als „ungerechtfertigt bereichert“. Der Begünstigte muss das Geld wieder herausrücken, entschied denn auch das Oberlandesgericht Celle (Az. 3 U 11/05).

 Zwar berufen die glücklichen Empfänger sich in manchen Fällen auf die Regelung der „Entreicherung“. Dies ist möglich, zum Beispiel wenn der Kontoinhaber gar nicht mitbekommen hat, dass sein Konto aus Versehen einen zu hohen Kontostand aufweist und er das Geld bereits ausgegeben hat. Die Gerichte erlauben den Tatbestand der „Entreicherung“ aber nur in seltenen Fällen. Die Celler Oberlandesrichter warfen im zu entscheidenden Fall dem Kontobesitzer vor, er habe seine Kontoauszüge nicht regelmäßig geprüft, wozu er als Girokontobesitzer aber verpflichtet sei. Bei genauer Prüfung wäre die Fehlbuchung ganz sicher aufgefallen. Der Mann musste die unberechtigt erhaltenen 5.000 Euro erstatten, obwohl er sie bereits ausgegeben hatte.



Überweisungsvorlage anlegen



Problematisch wird es, wenn der geschädigte Bankkunde Namen und Adresse des Empfängers nicht ausfindig machen kann. Dann ist auch die Hilfe durch einen Rechtsanwalt nicht möglich. Im schlimmsten Fall muss er das Geld abschreiben.

Tipp: Bankkunden sollten vor jeder Überweisung die Bankleitzahl und die Kontonummer, sowie den Betrag genau prüfen, bevor sie den Auftrag frei geben. Wer häufig Geld an den selben Empfänger überweist, der sollte sich eine korrekte Überweisungsvorlage anlegen – dann entfällt das Zahlendreher-Risiko ganz von selbst.

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