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Geldanlage

Tilgen geht vor Sparen

Viele Bundesbürger sparen, was das Zeug hält. Dabei gibt es für Spareinlagen weniger Zinsen als man für Kreditzinsen aufwenden muss. Wer Kredite vorrangig abbaut, erzielt also mehr Gewinn.

In der Krise legen die Deutschen lieber Geld für unsichere Zeiten zurück. So lag die deutsche Sparquote im ersten Halbjahr 2009 bei rekordverdächtigen 11,2 Prozent. Andererseits leihen sich viele Menschen Geld bei der Bank – schließlich sind die Kreditkosten vergleichsweise moderat. Dabei wird oft übersehen, dass Kreditverpflichtungen in der Regel mehr Geld kosten als verzinste Sparanlagen im Gegenzug einbringen. Schulden abbauen bringt also mehr Rendite als das Anhäufen von Sparguthaben.

Steuerfreie Rendite

Viele Haushalte haben offene Schulden aus Auto- oder Immobilienfinanzierungen. Solche Kreditverpflichtungen kosten oft fünf oder sechs Prozent Zinsen. „Jeder vorzeitig zurückgezahlte Krediteuro bringt quasi eine Rendite in Höhe des effektiven Kreditzinses“, sagt Thomas Bieler, Finanzexperte der ING-Diba. Und das noch völlig steuerfrei. Demgegenüber stehen aktuelle Zinsgutschriften von Festgeldern oder Sparbriefen von zwei oder drei Prozent. Angenommen ein Sparbrief bringt drei Prozent Zinsen, ein Autokredit kostet sechs Prozent, dann brächte der Verzicht auf den Sparzins bei gleichzeitiger Kredittilgung also mindestens einen Mehrertrag von drei Prozent.
Zieht man die Abgeltungsteuer in die Rechung ein, steigt der Gewinn an. Unterm Strich lohnt es sich also nicht, einen Kredit zu sechs Prozent Zinsen zu bedienen und gleichzeitig Sparbriefe mit zwei oder drei Prozent Guthabenzins zu kaufen. Um bei dieser Doppelstrategie kein Geld zu verlieren, müssten die Sparbriefe sechs Prozent Rendite bringen!

Kredittilgung praktisch immer ein Geschäft

Welche Renditen sich unter steuerlichen Aspekten indirekt erzielen lassen, zeigen Vergleichsrechnungen: Angenommen, ein Hauseigentümer zahlt fünf Prozent Effektivzins für das Hypothekendarlehen und hat zugleich seinen Sparer-Pauschbetrag ausgeschöpft. Überschüssige Zinserträge muss er somit mit 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solizuschlag versteuern. „Um auf fünf Prozent Sparrendite zu kommen, müsste eine vergleichbare Kapitalanlage eine Bruttorendite von 6,79 Prozent bringen“, so Bieler. „Selbst wer heute zu vier Prozent effektiv in die Immobilienfinanzierung einsteigt, der müsste künftig vor Abgeltungsteuer und Soli 5,43 Prozent Anlagerendite erzielen, um die Kreditkosten wieder hereinzuholen“, sagt Bieler.

Kein Verlustrisiko

Das Motto kluger Sparer sollte daher lauten: Teure Kredite vorrangig tilgen, bevor neues Geld verzinslich angelegt wird. Diese Strategie hat noch einen weiteren Vorteil: Während Geldanlagen mit hohen Zinsen häufig auch Verlustrisiken beinhalten, etwa im Wertpapierbereich, ist die Kredittilgung immer ein risikoloses Geschäft – damit steigt die Sicherheit der privaten Finanzen. Dies gilt übrigens unabhängig von der Höhe der eingesparten Zinsen. Außerdem verkürzen Wohneigentümer Restschuld und Laufzeit ihres Immobiliendarlehens.

Vertrag benötigt Sondertilgungsoption

Damit die Strategie „Schuldentilgung als Kapitalanlage“ funktioniert, ist allerdings eine wichtige Voraussetzung notwendig: Der Kreditvertrag muss die Möglichkeit von Sondertilgungen vorsehen. Steht dies nicht im Vertrag, kann der Kunde nur mit Zustimmung des Kreditgebers mehr als vereinbart zurückzahlen – allerdings fällt dann zumeist eine Vorfälligkeitsentschädigung an. Geldinstitute mit günstigen Kreditzinsen und Sondertilgungsoption sind zum Beispiel Cosmos Direkt, Huk-Coburg, Norisbank, ING-Diba und die Volksbank Münster.
Tipp: Erwartet ein Kreditnehmer in den nächsten Jahren einen deutlichen Anstieg seines Einkommens, sollte er zudem Wert darauf legen, den laufenden Tilgungssatz nach oben anpassen zu können. Auch diese Flexibilität räumen verschiedene Kreditinstitute ihren Kunden ein.

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