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Foto: Wer bringt das Kind heute in den Kindergarten? Wenn beide Elternteile auch beruflich vorankommen wollen, müssen die Partner klare Absprachen treffen.

© dpa (Symbolfoto)

Karriere

Um Familie und Job zu vereinbaren hilft eine gute Planung

Wer Karriere und Familie optimal verbinden will, muss vor allem sehr gut planen. Man solle zuerst herausfinden, welche Ziele einem in der persönlichen Lebensplanung besonders wichtig sind - so die Expertin Dagmar Terbeznik.

Berlin. Die meisten Berufstätigen zwischen 25 und 40 Jahren wollen alles gleichzeitig: Sie wollen tolle Eltern sein, gleichzeitig aber auch steil Karriere machen. Dabei verlangen viele von sich selbst, immer ausgeglichen und freundlich zu bleiben.

Gerade junge Frauen und Männer zwischen Mitte 20 und Ende 30 stecken in der wohl stressigsten Phase des Lebens. „Viele denken, sie müssten alles auf einmal schaffen: die Karriere vorantreiben, eine Familie gründen, ein Haus bauen. Das soll alles in diesen gut zehn Jahren passieren“, sagt Dagmar Terbeznik, Coach in Berlin. Doch die Gefahr ist groß, dass man in dieser Rushhour unter die Räder kommt. Deshalb sollte man gut planen - und auch mal einen Gang zurückschalten.

Das Leben spielt nicht immer so mit, wie man will

Egal, wie man es dreht und wendet: Irgendwie ist die Lebensphase zwischen Mitte 20 und Ende 30 immer zu kurz. Schließlich werden in dieser Zeit die entscheidenden Weichen im Leben gestellt - beruflich wie privat. Oft sei es schon das Nachdenken über den richtigen Zeitpunkt für all diese Pläne, das junge Paar in Stress versetze, sagt Terbeznik. „Will man erst im Job etwas erreichen und dann Kinder kriegen? Dann wird die Zeit für die Familienplanung schon ganz schön eng. Oder nimmt man sich erst einmal ein paar Jahre Zeit für eine Familie? Dann hat man aber den besten Zeitpunkt für den Start einer Karriere vielleicht schon verpasst.“

Deshalb sei es wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, welche Ziele einem in der persönlichen Lebensplanung besonders wichtig sind, sagt Lena Schröder-Dönges, Coach aus Bonn. „Das hilft einem oft dabei, Familie, Karriere und alle anderen Ziele in eine Reihenfolge zu bringen. Wenn Familie und Kinder ganz weit oben stehen, fällt es einem vermutlich auch leichter, beruflich Abstriche zu machen.“

Oft helfe es auch, sich mögliche Alternativen für sein Leben genau auszumalen und vorzustellen. „Dann kann man schauen, wie sich das für einen anfühlt“, sagt Schröder-Dönges. Allerdings sollte man nie vergessen, dass gerade bei der Familienplanung all die schönen Pläne auch schnell über den Haufen geworfen werden können. „Das Leben spielt nicht immer so mit, wie man es sich ausmalt. Wie schnell es mit dem Kinderkriegen klappt, kann man letztlich nicht planen.“

Viele stellen zu hohe Anforderungen an sich selbst

Sind die Kinder dann da, stellt sich schon das nächste Problem: Wie bringt man den Nachwuchs und die Karriere unter einen Hut? Oft seien die Anforderungen, die junge Eltern an sich selbst stellen, fast nicht zu erfüllen, sagt Schröder-Dönges. „Viele sagen, ich bin eigentlich nur dann eine gute Mutter oder ein guter Vater, wenn ich für meine Kinder ständig präsent und greifbar bin. Aber der Wunsch, im Beruf weiterzukommen, existiert gleichzeitig genauso.“

Ganz entscheidend sei dabei, dass Partner klare Vereinbarungen treffen, sagt Walter Klaus Schmidt, Personalberater und Führungskräftecoach aus München. „Man muss absprechen: Dieses Jahr kannst du an deiner Karriere arbeiten, und ich kümmere mich schwerpunktmäßig um die Familie. Und nächstes Jahr hältst du mir den Rücken frei. So ist das leichter zu bewerkstelligen.“

Dabei müsse man als Eltern auch im Alltag viel improvisieren, fügt Schröder-Dönges hinzu. „Ein Kind wird meistens ausgerechnet in der Nacht krank, wenn man am nächsten Morgen eine wichtige Präsentation bei einem Kunden hat“, sagt sie. Dann helfe häufig nur, dass die Partner sich ganz kurzfristig absprechen. „Man muss dann einfach auch sagen können: „Mein Termin hat heute Priorität. Kannst du dir bitte freinehmen für das Kind?“

Bei allem Stress darf man sich selbst nicht vergessen

Durch Kitas, Tagesmütter oder Au-pair-Mädchen gebe es schon viele Möglichkeiten, Job und Kinder so gut wie möglich unter einen Hut zu bekommen. Gut sei es auch, in Notfällen auf Verwandte, Freunde oder eine Kinderfrau zurückgreifen zu können.

Doch letztlich gebe es trotz aller Planung am Ende immer Zeiten, an denen sich die Last der Mehrfachbelastung von Familie und Beruf nicht vermeiden lasse. „Es wird immer Tage geben, an denen man gestresst aus dem Büro kommt, und kaum ist man zur Haustür rein, reden alle Kinder gleichzeitig auf einen ein und wollen irgendwas“, sagt Schröder-Dönges. Gerade an solchen Tagen sollte man eines nicht vergessen: sich selbst. „Burn-out ist keine Manager-Krankheit.“ Es sei wichtig, auch als Karriere-Eltern Zeit für Hobbys zu haben, Freunde zu treffen und den Kopf einfach mal frei zu kriegen.

Wer glaubt, all die Doppelbelastungen mit Ende 30 hinter sich gebracht zu haben, sei auf dem Holzweg, sagt Schröder-Dönges. Denn sind die Kinder aus dem Haus, haben viele noch keine Ruhe: Dann brauchen häufig die eigenen Eltern Hilfe. Auch nach der Rushhour des Lebens ist es mit der Doppelbelastung durch Familie und Beruf also noch nicht vorbei.

Marc Herwig


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