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Im Hörsaal des UKE soll ein neuer Verhaltenskodex für mehr Disziplin sorgen.

Im Hörsaal des UKE soll ein neuer Verhaltenskodex für mehr Disziplin sorgen. © Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Bildung

Akademiker-Knigge für Hamburger Hörsaal

Benimm-Regeln für das Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf: In einem Kodex wurden Verhaltensregeln aufstellt. In der Vergangenheit hatte es nämlich immer häufiger Beschwerden gegeben.

Hamburg. Zu spät in der Vorlesung erscheinen, das zweite Frühstück im Hörsaal zu sich nehmen und nebenbei per WhatsApp den Abend planen - all das ist am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) jetzt ganz offiziell verpönt.

Ein neuer Verhaltenskodex dient den rund 3600 Studierenden als auch den Lehrenden seit Semesterstart als Grundlage für mehr Disziplin. "Auslöser für die Formulierung des

Verhaltenskodex war eine merkliche Anzahl von Klagen", erklärt Prof. Dr. Andreas H. Guse, Direktor und Prodekan für Lehre am UKE. "Grundsätzlich läuft die Zusammenarbeit miteinander sehr gut, dennoch hielten wir eine verbindliche Verschriftlichung von Regeln für sinnvoll", so Guse weiter.

In dem neuen Knigge heißt es etwa: "Die Nutzung von Handys und Smartphones während der Lehrveranstaltungen ist untersagt." Die Dozenten waren zunehmend genervt, wenn die Studenten an den kleinen Geräten herumnestelten. "Es ist aus unserer Sicht nicht adäquat, wenn jemand im Unterricht ständig auf sein Smartphone schaut. Dies hat etwas mit gegenseitigem Respekt zu tun", findet der Professor. Und was, wenn der Knigge missachtet wird? Mit Bestrafung müssen die Akteure nicht rechnen. Bei dem Kodex gehe es vornehmlich darum, "die Einsicht bei den Studierenden und den Lehrenden zu wecken", versichert Guse. Entwickelt wurde das dann doch freiwillige Regelwerk von einer Arbeitsgruppe aus Studierenden und Lehrenden. Neben dem Smartphone-Verbot werden sie auch zur Pünktlichkeit angehalten - das "akademische Viertel" sollte auch bei 15 Minuten bleiben. Und Snacks gehören in den Kino-, nicht in den Hörsaal.

Amier Breindl (32) studiert im fünften Semester Medizin am UKE. Er findet den Knigge für angemessen unaufgeregt: "Ich finde, das ist der kleinste gemeinsame Nenner, der für den sozialen Umgang gegeben sein sollte." Er selbst gelobt, jetzt noch mehr auf Pünktlichkeit zu achten, nimmt aber seine Kommilitonen gleichzeitig in Schutz: Wenn jemand während der Vorlesung sein Smartphone in der Hand habe, dann nur, um schnell einen Begriff zu googeln. Mutmaßt er.

Ein weiterer Punkt des UKE-Kodex: Das richtige Verhalten, wenn Patienten dabei sind. Eigentlich selbstverständlich. Aber in der Vergangenheit habe es schon einzelne Entgleisungen gegeben, erklärt Professor Guse. Deswegen die Bitte um gepflegtes Aussehen: "Auf einer Station mit schwerkranken Patienten einen Pullover mit Totenkopf zu tragen, geht nun einmal nicht." Es handele sich zwar nur um Einzelfälle, jedoch: "Wenn wir jetzt nichts sagen, verpassen wir den Zeitpunkt."

Ist der Knigge einzigartig in Hamburg? Bis jetzt ja. Die Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) und die Hafen City Universität winken genauso ab wie Sören Manke, Referent des Präsidenten der Universität Hamburg: "Der Universitätsleitung sind Beschwerden hinsichtlich des Verhaltens von Studierenden nicht bekannt."

dpa


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