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Büchsenmacher wie Felix Kühnert sind Mechaniker, keine Revolverhelden.

Büchsenmacher wie Felix Kühnert sind Mechaniker, keine Revolverhelden. © Candy Welz

Arbeit

Wie werde ich..? Büchsenmacher/-in

Wer Büchsenmacher wird, hat keinen Beruf wie jeder andere. Rund 50 Azubis lernen jedes Jahr, Pistolen und Gewehre herzustellen. Reine Waffenfans sind in dem Job jedoch fehl am Platz.

Suhl. Felix Kühnerts Interesse für Waffen wurde im Schützenverein geweckt. Er war Bogenschütze, doch zunehmend faszinierten ihn die Feuerwaffen, mit denen seine Kollegen trainierten.

Nach seinem Abitur folgte der 19-jährige Berliner diesem Interesse. Kühnert ist im zweiten Ausbildungsjahr zum Büchsenmacher beim Sport- und Jagdwaffenhersteller Merkel in Suhl und lernt dort, wie man Waffen baut und wartet.

Büchsenmacher stellen Gewehre, Flinten, Büchsen, Kleinkalibergewehre und Pistolen her. Außerdem reparieren sie Waffen. Auch im Handel sind sie tätig. In Jagd- und Sportgeschäften sowie Waffenläden verkaufen sie Gewehre und Zubehör an Sportschützen und Jäger. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Obwohl ein bestimmter Schulabschluss nicht vorgeschrieben ist, haben etwa die Hälfte der derzeitigen Auszubildenden die mittlere Reife und rund ein Drittel die Hochschulreife.

In der Berufsschule stehen neben Fächern wie Deutsch und Sozialkunde Waffenrecht, Ballistik oder Optik auf dem Stundenplan. Die Theorie sei durchaus anspruchsvoll, sagt Daniel Koch. Er ist Kühnerts Ausbildungsleiter bei Merkel. Gerade Physik spielt im Unterricht eine große Rolle.

Im Betrieb ist bei Merkel in der Grundausbildung erst einmal Handarbeit am Schraubstock angesagt. Anschließend werden die Azubis in den Umgang mit Maschinen eingeführt. "In der Grundausbildung ist die Arbeit der eines Maschinenbauers ähnlich", sagt Jürgen John von der

Büchsenmacherinnung in Mitteldeutschland.

Für reine Waffennarren ist der Beruf nichts. "Die, die bei uns im Betrieb zum Schulpraktikum kommen, weil sie sich für Waffen interessieren, sind eher enttäuscht", sagt John von der Innung. Büchsenmacher sind Mechaniker, keine Revolverhelden.

Trotzdem gilt: Obwohl Büchsenmacher Gewehre für die Jagd und den Sport herstellen, Waffen bleiben diese trotzdem. Und die sind potenziell tödlich. Und da Auszubildende täglich mit Munition und scharfen Waffen zu tun haben, ist eine charakterliche Eignung deshalb ein Muss, erklärt John. "Ich muss meinem Lehrling im Umgang damit absolut vertrauen können." Ein polizeiliches Führungszeugnis ist deshalb Voraussetzung.

Die Büchsenmacherei ist heute eher selten. Bei der Arbeitsplatzsuche muss das kein Nachteil sein. "Wenn Sie Büchsenmacher lernen und später bei Waffen bleiben wollen, ist das zwar ein schmales Feld, aber es gibt wenige Wettbewerber", sagt Jürgen Wursthorn von der

Bundesagentur für Arbeit.

Der Verdienst während der Ausbildung liegt laut Wursthorn von der Arbeitsagentur zwischen etwa 350 und 700 Euro im ersten Lehrjahr und 420 bis 820 im dritten. Was man nach Abschluss der Ausbildung verdient, variiert je nach Region und Betrieb. Ein durchschnittliches Einstiegsgehalt könne zwischen 1800 und 2500 Euro brutto liegen, sagt Wursthorn.

Die beste Wahl war die

Ausbildung Büchsenmacher für Felix Kühnert. "Der Beruf ist etwas Besonderes. Das macht nicht jeder, ich finde das schön", sagt er. Später will er auf jeden Fall weiter mit Waffen arbeiten, zum Beispiel bei der Bundeswehr. Dort würde er sich als Büchsenmacher dann um die Arsenale kümmern.

dpa


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