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Schuften mit Nudelholz: Wer Bäcker werden will, muss körperlich fit sein. Außerdem darf man Nachtarbeit nicht als Belastung empfinden. Üblicherweise beginnt der Arbeitstag für Bäcker um 2.00 Uhr in der Früh.

Schuften mit Nudelholz: Wer Bäcker werden will, muss körperlich fit sein. Außerdem darf man Nachtarbeit nicht als Belastung empfinden. Üblicherweise beginnt der Arbeitstag für Bäcker um 2.00 Uhr in der Früh. © Inga Kjer

Arbeit

Wie werde ich...? Bäcker/in

Kreisförmig rollt Lehrling Nicolas Herzog den Teig mit der rechten Hand in der linken Handfläche. Dann wirft er ihn auf die Arbeitsfläche. Sein Handballen drückt sich hinein, die Finger greifen den Rand und falten ihn zurück in die Mitte.

Berlin. Rundwirken heißt dieser Vorgang.

Er wird so lange wiederholt, bis am Ende ein runder, straffer Teigling entsteht, der zu Brot weiterverarbeitet werden kann. "So sorgen wir unter anderem für feine Poren", erklärt Herzog. Das unterscheidet das traditionelle Bäckerhandwerk von der industriellen Herstellung, wo Maschinen den Teig formen.

Es ist 16 Uhr als der 18-Jährige seine Schicht beginnt - reichlich spät für einen Bäcker, oder? "Wir arbeiten rund um die Uhr, sieben Tage die Woche", sagt Katharina Rottmann, Geschäftsführerin der Bäckerei

Endorphina Backkunst in Berlin und Herzogs Chefin. In der Auslage der Bäckerei liegen unter anderem handgemachte Croissants, Laugengebäcke und Brötchen. Pro Tag produziert der Betrieb 500 bis 600 Brote. Sie hätte nichts dagegen, wenn es noch mehr sein müssten. Doch gegen die Konkurrenz durch Discounter und Aufbackstuben können sich Traditionsbetriebe nur schwer behaupten.

 

"Statistisch gesehen macht jeden Tag ein Betrieb dicht", sagt Amin Werner, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks in Berlin. 2013 haben sich

2937 Auszubildende für eine

Lehre zum Bäcker entschieden. Jahr für Jahr werden es weniger. Dabei gibt es durchaus gute Gründe für den Job. "Bäcker werden aufgrund ihrer umfangreichen Ausbildung weltweit gesucht", sagt Bernd Kütscher, Direktor der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk.

 

Wer das Handwerk des Bäckers erlernen möchte, wird nicht üppig entlohnt. Auszubildende verdienen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit im ersten Lehrjahr 450 Euro, im zweiten Lehrjahr 570 Euro und im dritten Lehrjahr 690 Euro. "Hinzu kommen aber die steuerfreien Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit", ergänzt Werner. Gesellen können mit einem Gehalt von rund 1900 Euro brutto pro Monat rechnen - es kann aber auch weniger sein.

Wer sich für eine Ausbildung zum Bäcker entscheidet, sollte Spaß an der Lebensmittelherstellung haben und kreativ sein. Außerdem sind mathematische und technische Fähigkeiten gefragt. "Der Job erfordert Leidenschaft", erklärt Bäckerin Rottmann.

Von dem Beruf abraten würde sie nur jenen, die körperlich nicht fit sind und Nachtarbeit als Belastung empfinden. Üblicherweise beginnt der Arbeitstag für Bäcker bereits um 2.00 Uhr. Gut überlegen sollten sich die Entscheidung für das Handwerk Raucher und Allergiker, da diese Gruppen anfällig für die Mehlstauballergie sind.

Der Auszubildende Nicolas Herzog scheint seine Berufung gefunden zu haben. "Man kann sehr kreativ sein: Brote in verschiedenen Formen und Zutaten herstellen und Dinge ausprobieren", erzählt er. Später will er unbedingt seinen Meister machen. Damit ist er nicht allein. "Unsere Meisterkurse sind ausgebucht, trotz rückgängiger Azubi-Zahlen", sagt Werner.

dpa


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