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Markus Ulrich ist Pressesprecher des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD).

Markus Ulrich ist Pressesprecher des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD). © Christine Fiedler/LSVD/dpa-tmn

Arbeit

Homophoben Sprüchen im Job deutlich widersprechen

Vom Gekicher hinter vorgehaltener Hand bis zu Kraftausdrücken wie "Schwuchtel": Selbst in Zeiten der Ehe für alle müssen sich Homosexuelle an manchen Arbeitsplätzen noch einiges anhören. Und wer sich wehrt, gilt oft als empfindlich - zu Unrecht.

Berlin. Diskriminierung von Lesben und Schwulen am Arbeitsplatz hat viele Gesichter. Doch sie können sie wehren - rein rechtlich und auf Kollegen-Ebene.

Zum einen gibt es rechtlich eindeutige Formen: Ungerechtigkeiten wie verweigerte Beförderungen, die nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verboten sind. Oder Formen wie sexuelle Belästigung, die sogar ein Fall fürs Strafrecht sind.

Diskriminierung beginnt aber auch schon früher, bei dummen Sprüchen und blöden Witzen etwa. Wer sich davon verletzt fühlt, ist weder Sensibelchen noch Spielverderber, sagt Markus Ulrich vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD). "Auch wenn das subjektive Wahrnehmung ist, ist die Wahrnehmung von Homosexuellen ja nicht weniger wert als von heterosexuellen Kollegen."

Häufig ist dann die Verteidigung ein Satz wie "War doch nicht so gemeint". Oder das berühmte "Ich hab doch nichts gegen Schwule". Doch darauf gibt es eine Antwort. Denn bei Kommunikation gehe es eben nicht nur darum, wie etwas gemeint ist, sagt Ulrich. "Als Betroffener kann ich das auch so kommunizieren: "Du bist vielleicht nicht homophob, aber dein Spruch ist es.""

Wann und wie man solche Beschwerden vorbringt, hängt von der Situation und dem eigenen Naturell ab: Manche wehren sich vielleicht am liebsten direkt in der Situation und gegenüber Gruppen von Kollegen, andere lieber später und im Einzelgespräch. Doch was, wenn die Sprüche nicht abreißen oder sogar in Mobbing umschlagen? "Wenn es ständig passiert, kann ich mir natürlich Hilfe holen", sagt Ulrich.

Infrage dafür kommen externe

Beratungsstellen oder interne Ansprechpartner für solche Fragen, die es immer häufiger gibt. "Je größer der Arbeitgeber, desto eher gibt es da entsprechende Strukturen", sagt Ulrich. "Viele Unternehmen können es sich einfach nicht leisten, Mitarbeiter zu vergraulen oder abzuschrecken."

Von einem Arbeitsplatz ohne schwulen- und lesbenfeindliche Sprüche profitieren schließlich nicht nur die persönlich Betroffenen: "Homophobie betrifft ja nicht nur Lesben und Schwule", erklärt Ulrich. "Sondern zum Beispiel auch Frauen mit kurzen Haaren oder Männer, die nicht den klassischen Vorstellungen von Männlichkeit entsprechen." Und auch andere Kollegen haben die Sprüche von vorgestern vielleicht satt - ganz egal, wie sie gemeint sind.

dpa


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