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Sparbriefe

Top-Rendite bei fünfjähriger Laufzeit

Hohe Zinsen für sichere Sparanlagen sind derzeit rar. Sparbriefe mittlerer Laufzeit bilden da eine Ausnahme, denn 4,25 Prozent Zinsen suchen ihresgleichen.
Sparschweine

Bei fünfjähriger Laufzeit erhalten Anleger bessere Zinsen.

© Frank Wilde

In den letzten Wochen sind die Sparzinsen gestiegen. Einen besonders auffälligen Sprung machten dabei die Zinsen für mehrjährige Sparbriefe. So legte beispielsweise der Biallo- Sparbrief-Index für 2-jährige Sparbriefe seit Herbst 2010 um 0,3 Prozentpunkte zu, der Index für vier- und fünfjährige Sparbriefe gewann sogar 0,4 Prozent. Zum Vergleich: Der Biallo-Tagesgeldindex verharrt bei etwa 1,0 Prozent auf der Stelle, der Index für 1-jährige Sparbriefe verbesserte sich lediglich um 0,1 Prozent.

Bei fünfjähriger Laufzeit finden Anleger bereits Angebote mit einer Vier vor dem Komma. So schreibt die Bank of Scotland überdurchschnittliche 4,25 Prozent Zinsen gut. Wer 10.000 Euro anlegt, kann nach 60 Monaten mit einem Zinsgewinn vor Steuern von 2.125 Euro rechnen. Werden die jährlichen Zinsen zu gleichen Konditionen mit verzinst, so steigt der Ertrag auf 2.313 Euro. Einschränkung: Das Geld kann nur online angelegt werden, die Einlagensicherung beträgt 99.100 Euro. Eine attraktive Offerte im Fünfjahresbereich legt auch die Targobank mit 3,95 Prozent Zinsen vor. Hier summiert sich der Zinsertrag inklusive Zinseszinseffekt auf 2.137 Euro.

Anleger, die sich nicht so lange festlegen möchten, finden bei vierjähriger Laufzeit ebenfalls akzeptable Zinsangebote. Die estnische Bigbank und die Bank of Scotland bieten hier jeweils 3,70 Prozent Zinsen, die niederländische NIBC Direct Bank 3,60 Prozent. Sparer sollten allerdings die begrenzte Einlagensicherung von 100.000 Euro beachten. Wer mit rasch steigenden Inflationszahlen rechnet und deshalb höchstens zwei Jahre sein Geld festlegen will, der muss deutliche Zinsabschläge in Kauf nehmen. Topanbieter wie die Garanti Bank International bieten maximal 3,0 Prozent Zinsen, die österreichische Deniz Bank zahlt 2,80 Prozent.

Lohnt längere Zinsfestschreibung?

Für Sparer stellt sich die Frage: Welche Laufzeit sollten sie angesichts der florierenden Wirtschaft und möglicher Leitzinsanhebungen für ihre Geldanlage wählen? Wer jetzt auf Termingelder mit langer Laufzeit setzt, der bedauert dies vielleicht schon in zwei oder drei Jahren, falls die Sparzinsen rasch steigen und das Kapital zu niedrigen Zinssätzen gebunden ist. Andererseits bringt eine mittelfristige Zinsbindung Renditevorteile, wenn die kurzfristigen Zinsen nur langsam oder gar nicht steigen. Das Problem: Niemand kann die Zinsentwicklung vorhersagen. Risiken an den Kapitalmärkten wie die Unsicherheit über den Euro oder die hohe Staatsverschuldung sprechen eher gegen rapide steigende Zinsen. Andererseits schüren gute Wirtschaftsdaten und die anziehende Inflation Zinserhöhungsphantasien.

Ertragsgarantie bringt mehr als Zinsspekulation

Wer Geld sicher und ohne Verlustrisiko anlegen möchte, der sollte dem Aspekt der Ertragssicherheit Vorrang vor spekulativen Renditen einräumen. Ein Vergleich zwischen einjährigen Festgeldzinsen und fünfjährigen Sparbriefzinsen zeigt Vorteile für die längere Laufzeit. Wer beispielsweise 10.000 Euro für fünf Jahre anlegen möchte, der erzielt bei einem Zinssatz von 4,25 Prozent einen garantierten Ertrag von 2.313 Euro, vorausgesetzt die jährlich ausgeschütteten Zinsen werden zu gleichen Konditionen wieder angelegt.

Anleger, die auf steigende Zinsen hoffen und deshalb ihr Geld nur für ein Jahr festlegen, müssen sich zunächst mit weniger Zinsen zufrieden geben. Für Sparbriefe mit einem Jahr Laufzeit zahlen Topanbieter derzeit etwa 2,50 Prozent Zinsen. Aus 10.000 Euro errechnet sich ein Ertrag von 250 Euro. Angenommen ein Jahr später verzinst sich der Gesamtbetrag von 10.250 Euro mit 2,75 Prozent Zinsen, fällt ein Zinsgewinn von 282 Euro an. Ab dem dritten Sparjahr legt der Anleger aufgrund der inzwischen deutlich gestiegenen Zinsen das Gesamtkapital für drei Jahre fest an. Er erhält einen Zinssatz von 4,75 Prozent. Die angelegten 10.532 Euro bescheren ihm einen Zinsgewinn von 1.573 Euro. Insgesamt errechnet sich ein Zinsertrag vor Steuern von 2.105 Euro.

Fazit: Trotz des um einen halben Prozentpunkt höheren Zinses der dreijährigen gegenüber der fünfjährigen Geldanlage erzielt der Kurzfristanleger unterm Strich mehr als 200 Euro weniger Zinsgewinn als der Langfristanleger. Die niedrigen Zinsen bei kurzfristiger Geldanlage wiegen schwer. Sie können nur durch rasant steigende Zinsen in den folgenden Sparjahren aufgefangen werden. Ob dies jedoch so kommt, bleibt Spekulation. In unserem Beispielfall hat es trotz der gestiegenen Zinsen nicht gereicht, den langfristigen Zins zu schlagen.

Max Geißler / biallo.de


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