Mit einer Zusatzversicherung reicht die Rente auch fürs Hobby.
Ein Großteil der Pflegebedürftigen sind Frauen. „Die Gelder der gesetzlichen Pflegekasse reichen in der Regel nicht aus, um eine Pflege voll zu finanzieren“, sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Private Zusatzversicherungen können die Finanzlücke schließen.
Die Pflegestatistik macht deutlich, dass vor allem Menschen ab dem Rentenalter von Pflegebedürftigkeit betroffen sind: 83 Prozent der Pflegebedürftigen waren 65 Jahre und älter, rund ein Drittel, 35 Prozent, war über 85 Jahre alt. Laut Statistik werden die meisten Menschen zuhause von Angehörigen gepflegt. Sie erhalten demnach aus der gesetzlichen Pflegekasse das Pflegegeld:
- In Pflegestufe I sind das 225 Euro,
- in Stufe II 430 Euro und
- in Stufe III 685 Euro im Monat.
Wenn Angehörige die Pflege unentgeltlich ausüben, mag man mit diesen Summen auskommen. Knapp wird es, wenn man mit dem Geld anderweitig Hilfe und Unterstützung finanzieren will. Wird man zuhause von einem ambulanten Pflegedienst versorgt, fallen die Zuschüsse höher aus, sie decken aber auch dann in der Regel nur die Hälfte der anfallenden Kosten. Den Rest muss der Pflegebedürftige selbst bezahlen.
Die Pflegeversicherung hat eine große Bedeutung
Einer Pflegetagegeldversicherung kommt damit eine große Bedeutung zu. Denn sie eignet sich am besten, eine Pflege zuhause zu finanzieren. Im Leistungsfall wird ein fester Tagessatz bezahlt. „Hier ist es wichtig, den eigenen Bedarf konkret zu ermitteln“, rät Rudnik. Die Höhe des Pflegetagegeldes kann variieren, je nachdem wie viel eigenes Vermögen man besitzt und wie viel man davon in die eigene Pflege investieren möchte. Die Police sollte garantieren, dass der Versicherte das Geld beliebig einsetzen kann, ganz gleich, ob die Pflege durch Angehörige ausgeübt wird, ein ambulanter Pflegedienst Aufgaben übernimmt oder man in einem Heim stationär versorgt wird.
Versicherung sollte bereits bei Pflegestufe I greifen
Wichtig ist, dass die Police auch in Pflegestufe I und II leistet, denn diese Pflegestufen kommen laut Statistik sehr viel häufiger vor als Stufe III. Man sollte sich so früh wie möglich absichern, dann sind die Policen noch zu guten Konditionen zu erhalten, denn in die Berechnung der Beiträge fließen sowohl das Alter als auch der Gesundheitszustand des Versicherten mit ein. Policen gibt es für einen 45 Jahre alten Mann ab rund 20 Euro im Monat, eine Frau zahlt ab rund 30 Euro.
Nur ein Drittel der Pflegebedürftigen wird nach Angaben der Statistik in Pflegeheimen vollstationär betreut. Ein solcher Heimaufenthalt kostet bis zu über 3.000 Euro im Monat, je nach Pflegestufe und Art der Unterbringung. Der Höchstsatz aus der gesetzlichen Pflegekasse beläuft sich auf 1.510 Euro (Pflegestufe III) im Monat. Auch in diesem Fall sind damit nur rund die Hälfte der anfallenden Kosten gedeckt.
Alternativen: Pflegekostentarife oder Pflegerente
Alternativ zur Pflegetagegeldversicherung gibt es Pflegekostentarife. Hier wird ein vereinbarter Prozentsatz der anfallenden Kosten übernommen, gedeckelt durch einen Maximalbetrag. Erstattet werden nur nachgewiesene Kosten nach Vorlage von Rechnungen. „Hier muss man sich im Klaren sein, dass sich jemand um die Abrechnung kümmern muss“, sagt Rudnik.
Wenige Unternehmen bieten auch Pflegerentenpolicen an. Die Police sichert eine monatliche Rente im Pflegefall. Über diese kann der Kunde frei verfügen. Die Beiträge bleiben über die gesamte Laufzeit stabil und die Rente steigt, wenn alles glatt läuft und das Unternehmen Überschüsse erwirtschaftet. Dafür gibt es jedoch keine Garantie. Ein Rückkaufswert bei Kündigung ist meist vorgesehen. Das macht die Police aber auch deutlich teurer als die Tagegeldversicherungen: Ein Mann, 45 Jahre, zahlt für eine Garantierente von 1.000 Euro im Monat in Pflegestufe III zwischen 50 und 70 Euro im Monat, eine Frau zwischen 70 und 100 Euro.
Annette Jäger / biallo.de
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