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Was für Gesunde ein Weilchen Bettruhe bedeutet, kann für Ältere zur ernsthaften gesundheitlichen Bedrohung werden.

Was für Gesunde ein Weilchen Bettruhe bedeutet, kann für Ältere zur ernsthaften gesundheitlichen Bedrohung werden. © Axel Heimken/dpa

Gesundheit

Mit Abstand und frischer Luft: So entgeht man der Erkältung

Der Sommer ist passé: Einzug hält graues Schmuddelwetter. Und mit ihm: schnupfende Nasen und kratzige Hälse. Aber: Wer einige Tipps beherzigt, entgeht vielleicht der Erkältung.

Bonn. Es ist wieder soweit: Um einen herum hustet und niest es. Wie soll man da bloß selbst erkältungsfrei durch den Winter kommen? Peter Walger, Infektionsexperte des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) hat Tipps:

Frische Luft tanken: Das A und O ist, täglich frische Luft zu bekommen. Denn beheizte und trockene Räume sind schlecht für die Schleimhäute, die man ausreichend feucht halten sollte. Deshalb rät Walger auch, das Schlafzimmer nicht zu überheizen und bei gekipptem Fenster zu schlafen.

Raus, Bewegung: Joggen, Nordic Walking, Spazierengehen - "das ist alles sinnvoll", sagt Walger. Denn auch hier sorgt man dafür, dass die Schleimhäute feucht und gut durchblutet werden. Und das gehört zu einem guten Abwehrsystem dazu.

Gesund essen: also Obst und Gemüse - reichlich Vitamine zu sich zu nehmen, ist natürlich immer wichtig. Im Winter nimmt man die Ernährung dann noch einmal bewusster in Augenschein. Gut ist, sich am mediterranen Stil zu orientieren - wenig Fleisch, gute Öle. "Schädlich ist viel Alkohol", warnt Walger. Denn durch ihn verliert man eher Flüssigkeit. Das heißt: Auch wenn es bald wieder Glühwein gibt, sollte man es damit nicht übertreiben.

Abstand halten: "Man steckt sich an, indem man angehustet oder angeniest wird." Daher gilt: Abstand halten, möglichst eine Armlänge. Das höhere Ansteckungsrisiko bestehe aber darin, dass man mit den eigenen Händen auf kontaminierte Flächen greift, erklärt Walger. Einmal hilft hier natürlich gründliches regelmäßiges Händewaschen. Aber das ist unterwegs nicht immer möglich. Das Risiko verringert sich bereits, wenn man in dieser Zeit mit den Händen die eigenen Schleimhäute nicht berührt - sich also zum Beispiel nicht die Augen reibt.

Erwischt: Wer spürt, dass eine Erkältung im Anmarsch hat, muss noch einmal besonders gut darauf achten, die Schleimhäute feucht zu halten: also viel trinken und nicht in der beheizten, trockenen Stube verkriechen. Auch Nasenspülungen können helfen. Das Haushaltsmittel Hühnersuppe sieht der Fachmann übrigens auch positiv: "Hühnersuppen sind eigentlich sehr gut geeignet." Genau wie warmer Tee. Denn so verbindet man Flüssigkeit und Wärme, die Schleimhäute danken es.

Wer etwas angeschlagen eine Konferenz oder einen Vortrag überstehen muss, darf auch zu symptomlindernden Medikamenten greifen, etwa einem Schmerzmittel und einem Nasenspray.

Es wird schlimmer: Wird es nach drei oder vier Tagen nicht besser, sondern schlimmer, ist ein Gang zum Arzt angebracht. Das ist etwa der Fall, wenn hohes Fieber hinzukommt, der Schnodder grünlich wird oder ein pochender Gesichtsschmerz auftritt.

Erkältung ist keine Grippe: "Grippe und Erkältung sind zwei paar Schuhe", sagt Walger. Um sich vor der Grippe zu schützen, empfiehlt er besonders denjenigen, die ein höheres Erkrankungsrisiko haben - wie ältere Menschen und chronisch Kranke - eine Impfung.

dpa


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