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Prof. Martin Hausberg ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga (DHL) sowie Direktor der Medizinischen Klinik I für Allgemeine Innere Medizin, Nephrologie, Rheumatologie und Pneumologie des Städtischen Klinikums Karlsruhe.

Prof. Martin Hausberg ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga (DHL) sowie Direktor der Medizinischen Klinik I für Allgemeine Innere Medizin, Nephrologie, Rheumatologie und Pneumologie des Städtischen Klinikums Karlsruhe. © Städtisches Klinikum Karlsruhe

Gesundheit

Druckausgleich schaffen: So vermeidet man Bluthochdruck

Bluthochdruck ist tückisch – denn Betroffene spüren davon zunächst oft nichts. Bemerkbar macht er sich häufig erst über Folgeerkrankungen, die mitunter tödlich enden können. Rechtzeitig erkannt, lässt sich das vermeiden – mit einem gesunden Lebensstil.

Berlin. Bluthochdruck unterschätzen – das ist leichtsinnig. Bleibt er unbehandelt, dann drohen in den schlimmsten Fällen Schlaganfall, Herzinfarkt – oder auch schwere Augen- und Nierenerkrankungen. Problematisch ist, dass Betroffenen häufig zunächst keinerlei Beschwerden haben.

Nicht selten bleibt Bluthochdruck daher lange unerkannt. In der Phase, in der nicht gegengesteuert wird, geht wertvolle Zeit verloren – und der Blutdruck steigt weiter an. Für das Herz im menschlichen Körper ist das eine enorme Belastung.

Normal sind Blutdruckwerte unter 140 zu 90 Millimeter Quecksilbersäule (mmhg). "Alle Werte, die darüber liegen, gelten als Bluthochdruck", erklärt Prof. Martin Hausberg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga (DHL) sowie Direktor der Medizinischen Klinik I des Städtischen Klinikums Karlsruhe.

Allerdings unterliegt der Blutdruck tageszeitlich bedingten Schwankungen. "Das ist absolut normal", betont Hausberg. Ein einmal erhöhter Blutdruck bedeutet nicht, dass jemand krank ist. Körperliche Aktivitäten oder seelischer Stress haben auf den Blutdruck ebenso Einfluss wie Schlafen.

Bluthochdruck ist weit verbreitet. Fast jeder Dritte in Deutschland leidet nach DHL-Angaben darunter. "Bereits leicht erhöhte Blutdruckwerte steigern die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die tödlich enden können", warnt Hausberg.

So weit muss es nicht kommen. "Auch wer keinerlei Beschwerden spürt, sollte regelmäßig beim Arzt oder in einer Apotheke sich den Blutdruck messen lassen", rät die Apothekerin Ursula Sellerberg. Sie ist stellvertretende Pressesprecherin bei der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in Berlin. Zeigen sich auf diese Weise bei wiederholten Messungen Auffälligkeiten, ist Handeln angesagt.

"Zunächst wird bei einem ansonsten gesunden Patienten versucht, mit einer Änderung des Lebensstils den Blutdruck auf normale Werte zu senken", sagt Hausberg. Dazu gehören: Abbau von Übergewicht, Verzicht auf Nikotin und regelmäßige körperliche Bewegung, zum Beispiel dreimal die Woche ein 30-minütiges Ausdauertraining. Die Ernährung sollte ausgewogen sein und wenig Kochsalz und tierische Fette enthalten – dafür viel Obst und Gemüse, kaltgepresste Öle und fettarme Milchprodukte.

Wenn mit dieser Lebensstil-Änderung nicht innerhalb von maximal anderthalb Monaten die Blutdruck-Werte gesenkt werden können, dann führt an einer medikamentösen Therapie kein Weg vorbei. "In aller Regel müssen diese Arzneimittel ein Leben lang eingenommen werden", sagt Sellerberg. Es gibt mehrere blutdrucksenkende Präparate, die zum Teil auch unliebsame Nebenwirkungen wie etwa Schlafstörungen oder Mundtrockenheit haben. Welches Medikament im Einzelfall das richtige ist, sollte mit dem Arzt abgeklärt werden.

Da auch Stressabbau zu gesunden Blutdruckwerten beiträgt, sollten Betroffene zusätzlich Entspannungstechniken erlernen, empfiehlt die Münchner Heilpraktikerin Ursula Hilpert-Mühlig. Sie ist Vizepräsidentin des Fachverbands Deutscher Heilpraktiker. Das kann etwa Autogenes Training sein oder Tai Chi Chuan, das sogenannte Schattenboxen. Wer Bluthochdruck verhindern will, sollte vorsorgen – mit Bewegung, Entspannung und ausgewogener Ernährung.

dpa


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