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Wer sich wohlfühlt, kann kreativer sein

Ideen sprudeln nicht immer von allein, aber man kann nachhelfen. Um überhaupt kreativ sein zu können, müssten Menschen sich wohlfühlen, betont Susanne Watzke-Otte, promovierte Personaltrainerin aus Paderborn.

Paderborn. "In dem Moment, in dem wir entspannen und uns behaglich fühlen, können assoziative Gedanken fließen." Umgekehrt heißt das: Angst, Stress oder körperliches Unbehagen blockieren Kreativität.

Grundsätzlich sei jeder von Geburt an mit einem ausreichend großen Potenzial an Kreativität ausgestattet. In einem ungünstigen Umfeld könne sich diese natürliche Begabung allerdings wieder verlieren. "Kreativität ist wie ein Muskel, der trainiert werden muss, sonst verkümmert er", sagt die Expertin. Ein Umfeld, das ständig signalisiert: "Das funktioniert sowieso nicht", unterdrücke die Fähigkeit, "um die Ecke" zu denken. Auch Hierarchien, Konformitätsdruck und rigide Wertesysteme begünstigten "die Schere im Kopf".

Unter welchen Voraussetzungen Gedanken am besten fließen, ist bei jedem unterschiedlich. Einige inspiriert die Dunkelheit, andere eher ein heller Raum, der aber nicht mit Reizen überladen sein darf. Manche bringe ein Spaziergang, Sport oder ein Gespräch auf Ideen. Wiederum andere kommen beim Musizieren, Zeichnen oder Bauen auf die originellsten Gedanken.

Nach Ideensammlung Pause einlegen

Auch unter Zeitdruck sei es durchaus möglich, auf gute Ideen zu kommen, vorausgesetzt, das Umfeld stimmt. "In der Gruppe geht das oft besser als allein", betont die Personaltrainerin. Kreatives Denken laufe in vier Phasen ab: In der ersten werden Eindrücke und Informationen gesammelt. Diese "sortiert das Unterbewusstsein" und "brütet" sie dann in der darauf folgenden "Inkubationsphase" aus. Während dieser Zeit sollte man sich mit unspektakulären Tätigkeiten, wie Schreibtisch aufräumen, Kaffeetasse abwaschen, Bügeln und Ähnlichem ablenken. "Dann irgendwann in Phase drei fließen die Ideen, die nur noch aufgeschrieben werden müssen." Erst wenn jede Menge Material zusammen ist, sollte alles bewertet und auf Machbarkeit geprüft werden, nicht früher. Einer der häufigsten Fehler sei, dass bereits in Phase Eins, also beim Sammeln, die "Schere im Kopf" aktiv werde.

"Kreativität bedeutet, in der Lage zu sein, gewohnte Wege und Denkschemata zu verlassen", sagt die Trainerin. Neugier und Selbstvertrauen, aber auch Leistungswille und Ausdauer seien dabei von Nutzen. "Nur eine Idee zu haben, ist noch nicht kreativ - sie muss auch umgesetzt werden."

dapd


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