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Neue sollten sich über "Einstandsregeln" vorab informieren

In vielen Unternehmen und Behörden ist es üblich, bei Antritt eines neues Jobs einen Einstand zu geben. Damit der nicht verbockt wird, sollten sich neue Mitarbeiter vorab bei ihren Kollegen über die Gepflogenheiten informieren, rät die Berliner Etikette-Expertin Nandine Meyden.

Berlin. "Einer der Hauptirrtümer ist, dass ein Einstand gleich zum ersten Arbeitstag oder zur ersten Woche gehört", sagt sie. In den meisten Unternehmen sei es üblich, erst einmal die Probezeit abzuwarten oder erst dann einen Einstand zu geben, wenn klar ist, dass beide Seiten eine längere Zusammenarbeit wünschen.

Mit dem Einstand präsentieren neue Mitarbeiter ihren Kollegen und Vorgesetzten schließlich eine Art "soziale Visitenkarte" von sich. "Er ist meist das erste größere Miteinander, bei dem Kollegen einen Eindruck vom Neuen jenseits fachlicher Dinge bekommen", sagt die Etikettetrainerin. Verletzte dieser unabsichtlich ungeschriebene Gesetze, könne der Makel noch lange Zeit hängen bleiben. Deshalb sei es wichtig, sich im Vorfeld umzuhören, was üblich ist. Die erste Frage sei: Muss man überhaupt für einen Imbiss oder Umtrunk als Einstand sorgen? Herausfinden sollte man außerdem, ob eher Süßes oder Deftiges gewünscht ist und ob Alkohol gereicht werden darf. Auch, ob die Feier während der Arbeitszeit oder danach stattfindet, sollte in Erfahrung gebracht werden.

Die Buchautorin ("Neues Lexikon der Benimmirrtümer", Ullstein) rät, sich in jedem Fall an die Regeln zu halten, auch wenn man selbst einen ganz anderen Geschmack hat. "Wer Vegetarier ist, Einstände im Unternehmen aber immer mit einem Weißwurstfrühstück gefeiert werden, sollte ebenfalls Weißwürste mitbringen. Zusätzlich können ja auch vegetarische Sachen serviert werden", sagt Meyden. "Verbiegen" müsse sich für seine Kollegen keiner. Das gelte auch für Alkohol. "Wer keinen trinkt, kann neben Sekt zum Beispiel auch frisch gepressten Saft mitbringen und damit anstoßen", schlägt sie vor.

Gibt es keine klaren Regeln und ist alles möglich, müssen sich Neue auf ihr Bauchgefühl verlassen. Dann sei es wichtig, "einigermaßen die Mitte zu treffen", vor allem was die Menge betrifft. "Wer zu wenig ausgibt, handelt sich schnell den Ruf ein, geizig zu sein", sagt Meyden. Ein zu pompöser Einstand wiederum könne als Anbiederung oder Angeberei interpretiert werden. Im Zweifel sei es aber besser, etwas mehr aufzutischen und als spendabel zu gelten, statt wegen seiner Knausrigkeit den Stempel des Geizhalses aufgedrückt zu bekommen.

dapd


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