Navigation:
Familie

Mit Stundenkontingent die Bildschirmzeit regeln

Fernsehen, Computerspiele, Nintendo und Co. sind für viele Kinder ein fester Bestandteil der Freizeitbeschäftigung geworden. Damit Kinder nicht zu viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, sollten Eltern klare zeitliche Vorgaben einführen.

Hamburg. Der Hamburger Erziehungsexperte und Autor Jan-Uwe Rogge rät, dabei schrittweise auf Eigenverantwortung zu setzen und die Selbstkontrolle der Kinder zu stärken. Statt eine starre Tagesbildschirmzeit festzulegen, die Kinder keinen Raum für eigene Entscheidungen lasse, empfiehlt Rogge mit dem Sprössling ein bestimmtes Stundenpensum pro Woche zu vereinbaren.

Die Kontrolle für die Einhaltung der Bildschirmzeit könne das Kind ab etwa acht Jahren mit Hilfe sogenannter Bildschirmchips selbst in die Hand nehmen. Das Prinzip funktioniert ähnlich wie beim Taschengeld: Eltern und Kinder legen gemeinsam eine wöchentliche Bildschirmzeit von beispielsweise zehn Stunden fest. Das Kind bekommt dafür 20 Halbe-Stunden-Chips, die es für jede halbe Stunde vorm Bildschirm abgibt. "Sind am Freitag schon alle 20 Chips ausgegeben, bedeutet das eben ein bildschirmfreies Wochenende", resümiert der Autor. "Kinder lernen dadurch, sich zu reglementieren; es müssen also nicht mehr die Eltern für sie tun."

Wie jede Regel lässt auch diese Raum zum Schummeln. Eltern sollten jedoch nicht mit dieser negativen Sicht an das Thema herangehen und dem Kind damit Möglichkeiten für mehr Eigenverantwortung versperren. "Wenn das Kind bei der Bildschirmzeit schummelt, sollten sich Eltern fragen, wozu es das macht", rät der Experte. "Vielleicht liegt es daran, dass Eltern besonders viel Wert darauf legen und das Kind sehr machtvoll sein kann, wenn es die Regel bricht?" Vertrauen ins Kind und dessen Fähigkeit zur Selbstkontrolle sei für beide Seiten am Ende gewinnbringender.

dapd


Anzeige