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Familie

Kindern mit "Null-Bock" Unterstützung bieten statt Druck ausüben

"Null Bock" auf Schule hat jeder mal. Sind Kinder dauerhaft unmotiviert, probieren es Eltern oft mit Zwang oder Strafmaßnahmen. Doch das bringt nichts, meint die Mannheimer Schulpsychologin Sandra Rausch: "Druck aufzubauen ist in diesen Fällen das falsche Mittel.

Mannheim. " Forderungen wie "Du musst mehr tun" würden dem Kind nichts bringen. "Machen Eltern zu viel Druck, sperrt sich das Kind. Eltern provozieren damit nur einen Machtkampf", betont die Diplom-Psychologin.

Sinnvoller sei es, den Ursachen für die Unlust auf den Grund zu gehen. Eltern sollten herausfinden, ob das Kind über- oder unterfordert oder zu sehr mit Freizeitaktivitäten belastet ist. "Die Null-Bock-Stimmung kann auch mit Problemen in der Schule zusammenhängen. Oft aber liegt es an den Rahmenbedingungen", sagt Rausch. Manchen Kindern fehle genügend Zeit für freies Spiel und Entspannung, wenn Nachmittage mit zu vielen Aktivitäten verplant sind. Gute Leistungen hätten nicht nur etwas mit Intelligenz zu tun, sondern auch mit dem Spaß am Lernen.

Wie motiviert ein Kind ist, hänge stark von dessen Erfolgen und den positiven Rückmeldungen ab, gibt die Psychologin zu bedenken. "Übt ein Kind viel und bekommt es kein positives Feedback, wird es frustriert und demotiviert." Eltern sollten auch kleine Erfolge loben: Nicht nur gute Noten, sondern auch wenn das Kind beispielsweise etwas besonders sauber geschrieben oder ein Gedicht selbstständig gut gelernt hat.

Von Anreizen für gut gemachte Hausaufgaben rät die Schulpsychologin ab. Das könne schnell dazu führen, dass Kinder selbstverständliche Aufgaben nicht aus innerem Ansporn, sondern nur bei Aussicht auf eine Belohnung erledigen. "Nur im Notfall, wenn gar nichts funktioniert, kann ein Anreiz vorübergehend als Motivationsmittel eingesetzt werden", sagt Rausch. Belohnen sollten Eltern aber nicht mit Materiellem wie Süßigkeiten oder gar Geld, sondern zum Beispiel in Form eines gemeinsamen Spiels.

dapd


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