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Familie

Kinder und Medien: Experte empfiehlt feste Zeiten für PC und TV

Kinder sind fasziniert von neuen Medien und viele Eltern statten ihren Nachwuchs bereitwillig mit elektronischen Spielen aus. "Bevor Computerspiele, Nintendo und Co.

Neuss. ins Haus kommen, sollten Erwachsene gemeinsam mit den Kindern eine feste Bildschirmzeit vereinbaren", rät der Neusser Erziehungsexperte Albert Wunsch.

Andernfalls werde unkontrolliertem Medienkonsum Tür und Tor geöffnet. Strikte Bildschirmzeiten beugten zudem Abhängigkeiten von PC und TV vor. "Eltern können eine bestimmte Stundenzahl pro Woche festlegen, die unter den Tagen auch umgeschichtet werden kann", empfiehlt der Psychologe. Beim Fernsehen sei es sinnvoll, von Beginn an eine feste Einschaltzeit festzulegen.

Schwierig gestalte sich oft die Kontrolle. Sie sollte auch bei einem guten Vertrauensverhältnis stichprobenartig erfolgen. Bei Computern können Eltern nachvollziehen, wie lange gespielt wurde. Beim Fernseher hilft allenfalls vage der Blick auf den Stromzähler. Allerdings sollten sie dies nicht vor dem Kind tun. Hat es die vereinbarten Zeiten öfter beträchtlich überschritten, könnten Eltern nach Ansicht des Pädagogen das Kind selbst Konsequenzen für die Zukunft vorschlagen lassen, etwa: "Was machst du, wenn du die Zeit überziehst? Was schlägst du vor?"

Aussichtslos sei Kontrolle hingegen, wenn Fernseher und Computer im Kinderzimmer stehen, weil das Kind diesen Raum als seinen Bereich betrachte. "Fernseher oder PCs mit Internetzugang in einem Kinderzimmer sind fahrlässige Körperverletzung", sagt Wunsch. Mobile Medien wie Nintendo und Handy könnten nach Vereinbarung abends aus dem Zimmer gebracht werden, damit die Kinder nachts nicht heimlich spielen und surfen.

Im Grundschulalter sollte die Zeit vor Bildschirmen nicht länger als anderthalb Stunden betragen. Kindergartenkinder müssen nach Ansicht des Experten noch gar nicht an den PC. "Die Auffassung, Kinder schon früh an Computer zu gewöhnen, halte ich für bedenklich", betont Wunsch. Bis zum Alter von fünf Jahren hätten Kinder aus neurobiologischer Sicht nicht die Aufgabe, passiv elektronisch erzeugte Bilder zu sehen, sondern in ihrem Gehirn aktiv eigene Bilder zu produzieren.

dapd


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