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Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, kommen besser zurecht. Das ist das Ergebnis der Vorlesestudie 2015.

Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, kommen besser zurecht. Das ist das Ergebnis der Vorlesestudie 2015. © Arno Burgi

Familie

Wie lange und wie spannend? Tipps zum Vorlesen für Eltern

Einschlaf-Ritual, Freizeitspaß oder Bildungsmaßnahme der Eltern: Vorlesen kann für Kinder viele Funktionen haben. Eine Studie zeigt, dass es Kinder auch mitfühlender macht. Manche Eltern sind aber unsicher: Wie spannend darf die Geschichte abends sein?

Fürth. Vorlesen kann für Kinder am Abend ein Ritual zum Runterkommen sein. Es bedeutet gemeinsame Zeit mit den Eltern, regt Fantasie, Kreativität und Empathie an und fördert ganz nebenbei die Sprachentwicklung.

Idealerweise lassen Mütter und Väter das Kind selbst aussuchen, was es gerne hören würde, rät Dana Urban von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. "Schön ist, wenn das Kind ein eigenes Bücherregal in Kinderhöhe hat." Gerade bei Kinderbüchern lohnt es sich auch, gemeinsam in der Bibliothek stöbern und etwas auszuleihen.

Aber darf man vor dem Einschlafen etwas Spannendes lesen? Spannend dürfe die Geschichte schon sein, sagt Urban. "Damit freut sich das Kind auch gleich auf den nächsten Abend, weil es wissen möchte, wie es weitergeht." Gerade bei kleineren Kindern ist aber vielleicht eine beruhigende Geschichte eher das Richtige.

Altersentsprechend dürfen Eltern zwar auch etwas Gruseliges lesen, sagt Urban. Sie schlägt aber vor, erst mal nachmittags damit zu beginnen und zu schauen, wie das Kind darauf reagiert. Auch bei der Länge der Vorlesezeit kommt es ganz auf das Kind an. "Vorschulkinder können schon gut eine halbe Stunde im Schnitt konzentriert und aufmerksam zuhören", sagt die Expertin.

Eltern können das auch gut durch kleine Nachfragen zwischendurch prüfen. Kinder, die öfter etwas vorgelesen bekommen, sind darin quasi trainierter und können länger konzentriert zuhören. Gerade Eltern mit mehreren Kindern, die ein paar Jahre auseinander sind, sind oft unsicher, ob sie allen Kindern ein und dasselbe Buch vorlesen können. Gehen die Kinder abends zeitgleich ins Bett, können sie sich mit dem Aussuchen des Buches vielleicht abwechseln, oder es gibt zwei kurze Geschichten nacheinander.

Geht beispielsweise das jüngere Kind früher ins Bett oder ist der Altersunterschied recht deutlich, empfiehlt Urban, dass jedes Kind seine eigene Vorlesezeit bekommt. Gerade für die älteren Geschwister ist es oft toll, wenn sie Mama oder Papa noch mal ganz für sich haben, wenn die Jüngeren schon schlafen.

dpa


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