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Für Jugendliche ist der erste Liebeskummer oft besonders schmerzhaft - schließlich haben sie noch nicht die Erfahrung gemacht, dass man sich irgendwann wieder neu verlieben kann. Foto:  Silvia Marks

Für Jugendliche ist der erste Liebeskummer oft besonders schmerzhaft - schließlich haben sie noch nicht die Erfahrung gemacht, dass man sich irgendwann wieder neu verlieben kann. Foto:  Silvia Marks

Familie

Wenn Teenie-Herzen brechen: Eltern helfen bei Liebeskummer

Manche können nicht mehr essen, andere schauen ständig bei WhatsApp, was der Ex gerade treibt: Liebeskummer trifft Jugendliche besonders hart. Was hilft? Und was sollten Eltern auf jeden Fall vermeiden?

Fürth. Beim ersten Liebeskummer bricht für viele Jugendliche eine Welt zusammen. Wie können Eltern ihren trauernden Töchtern und Söhnen helfen? Und was hilft eigentlich bei Liebeskummer? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

Ist Liebeskummer für Jugendliche schlimmer als für Erwachsene?

Oft ist das tatsächlich so. "Im Gegensatz zu uns Erwachsenen, die wir in der Regel schon mit dem verlassen worden sein Erfahrungen gemacht haben, ist Liebeskummer für Jugendliche eine ganz neue Erfahrung", erklärt Dana Urban, Sozialpädagogin bei der

Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). Die Teenies haben noch nicht erfahren, dass man auch den schlimmsten Liebeskummer "überlebt" und dass man sich irgendwann neu verlieben kann.

Wie können Eltern ihren Kindern bei Liebeskummer helfen?

Urban rät zwar, sich den ersten eigenen Herzschmerz in Erinnerung zu rufen. Aber: "Jeder Mensch geht anders damit um. Der eine versucht, sich schneller abzulenken, der andere vergräbt sich regelrecht." Mütter und Väter können also nicht nur von ihren eigenen Erfahrungen ausgehen. Aber das Erinnern kann sie für den Kummer des Kindes sensibilisieren. Wichtig ist laut Urban, einfach da zu sein und zuzuhören - ohne sofort Ratschläge zu geben. Besser sei: "Nachfragen, versuchen zu verstehen und sich einzufühlen." Eltern sollten die Sorgen ernst nehmen und die Gefühle nicht herunterspielen. Sätze wie "Ach, das hast du bald vergessen" helfen normalerweise nicht.

Was tun, wenn sich das Kind immer mehr vergräbt?

Die Eltern sollten geduldig sein - aber auch wachsam bleiben. Weigert sich das Kind zum Beispiel zu essen oder äußert es Suizidgedanken, heißt es schnell zu reagieren und professionelle Hilfe zu suchen. Das kann eine Erziehungsberatungsstelle oder auch ein Psychologe sein. Verschließt sich das Kind vor Mutter und Vater, kann vielleicht auch jemand anderes helfen, wie Bruder, Schwester oder ein guter Freund, sagt Urban. "Wichtig wäre mir als Mutter oder Vater zu wissen, dass mein Kind jemanden zum darüber reden oder schreiben hat." Vielleicht können Eltern auch ein Sorgentelefon oder eine Onlineberatung empfehlen.

Gibt es weitere Tipps, die dem Kind helfen könnten?

Den meisten hilft es, sich aufzuraffen, aktiv zu sein und an sich selbst zu arbeiten. "Kaum etwas hilft besser bei Liebeskummer als Sport", sagt der Paartherapeut Dominik Borde. Dabei würden negative Denkmuster durchbrochen und Stresshormone abgebaut. Ganz nebenbei hilft Sport dabei, sich wohler im eigenen Körper zu fühlen - und auch auf andere attraktiver zu wirken. Eltern dürfen den Nachwuchs deshalb ruhig animieren, sich zu bewegen oder eine neue Sportart zu testen.

Was sollte man besser sein lassen?

Eltern sollten davor warnen, ständig die Nähe zum Ex-Partner zu suchen. Und sie sollten ruhig erklären, dass es nichts hilft, den anderen ständig zu kontaktieren oder um ihn herumzuwuseln. Viel besser ist es, sich selten zu machen. "Man darf auf keinen Fall ständig bei WhatsApp kontrollieren, wann er oder sie das letzte Mal online war", sagt Borde. Auch nachts ums Haus herumschleichen ist verboten: "Liebeskummer ist dann wie eine Drogensucht", sagt Borde. Deshalb müssen Betroffene ganz bewusst Abstand zum Ex-Partner nehmen und sich selbst verordnen: "Nein, das mache ich jetzt nicht."

Nur diese radikale Entziehungskur helfe einem selbst - und so können auch Liebeskummer-Geplagte ihren Stolz behalten. Das gilt vor allem, wenn man die Hoffnung hat, den Anderen zurückzuerobern - Kontrolle und ständiges Hinterherlaufen bewirken dann meist das Gegenteil.

dpa


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