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Damit das Kind sich auf die Treffen freuen kann: Umgangsberechtigte Elternteile dürfen ihre Kinder nur zu festgelegten Zeiten kontaktieren.

Damit das Kind sich auf die Treffen freuen kann: Umgangsberechtigte Elternteile dürfen ihre Kinder nur zu festgelegten Zeiten kontaktieren. © Julian Stratenschulte

Familie

Umgangsberechtigter darf Kind nicht immer kontaktieren

Ein umgangsberechtigter Vater besuchte seinen Sohn außerhalb verabredeter Treffen. Dies war jedoch nicht im Interesse des Kindes. Dafür verurteilte ihn zuletzt ein Gericht - mit einer eindeutigen Begründung.

Berlin. Hat ein Elternteil ein Umgangsrecht, darf es nicht einfach - außerhalb der vereinbarten Zeiten - Kontakt zu seinem Kind suchen. Wer dagegen verstößt, muss mitunter ein Ordnungsgeld bezahlen, wie die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) mitteilt.

Im verhandelten Fall (Az.: 13 WF 203/14) hatte eine Mutter das alleinige Sorgerecht für den Sohn, der Vater hatte ein Umgangsrecht. Der Mann suchte aber immer wieder Kontakt zu dem Kind - und besuchte es beispielsweise ohne Ankündigung im Ferienhort der Grundschule. Der Junge habe danach verstört gewirkt, sich zurückgezogen und geweint.

Der Vater war der Meinung, dass die Umgangsregelung ihm nicht verbiete, zusätzlichen Kontakt zum Kind zu suchen. Das Kammergericht Berlin sah das anders und verurteilte ihn zu einem Ordnungsgeld von 750 Euro. Außerhalb der festgelegten Umgangszeiten dürfe der Vater das Kind nicht besuchen.

Der Sohn solle sich nicht damit auseinandersetzen müssen, ob er unerwartet mit seinem Vater konfrontiert wird. Außerdem könne die Mutter so nicht positiv auf das Kind einwirken, damit es sich auf die Treffen mit dem Vater freut. Wenn beide Eltern sich einig seien, könnten sie aber weitere Treffen vereinbaren.

dpa


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