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Trennungskinder haben es nicht leicht, egal wie prominent die Eltern sind.

Trennungskinder haben es nicht leicht, egal wie prominent die Eltern sind. © Rainer Jensen

Familie

So meistern Eltern die Scheidung

Wenn die Liebe endet, sind Kinder oft die Leidtragenden. Die gute Nachricht ist: Eltern haben es selbst in der Hand, wie sehr sich die Trennung auf ihre Kinder auswirkt. Vier Tipps, wie das Familienleben nach dem Liebes-Aus gut gelingen kann.

Fürth. Für Erwachsene gehört eine Trennung zu den größten Krisen, die sie meistern müssen. Für Kinder bedeutet sie eine komplette Veränderung ihres bisherigen Lebens. Wie Eltern eine Trennung so gut wie möglich gestalten können, erklärt Ulric-Ritzer Sachs.

Er arbeitet bei der Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.

- Kontakt nicht abreißen lassen: Damit für Kinder irgendeine Form von Normalität möglich ist, müssen Eltern miteinander im Gespräch bleiben. Wer fährt mit wem in Urlaub, wer besorgt das Geschenk für die Geburtstagsfeier am Wochenende? Ideal ist es, wenn Mutter und Vater sich in diesen Alltagsdingen austauschen können, ohne dass die Fetzen fliegen. "Ganz schlecht: Sachen mithilfe der Kinder klären", warnt Ritzer-Sachs. Vor allem kleine Kinder seien völlig überfordert, wenn die Mutter ihnen aufträgt: "Richte deinem Vater mal dieses und jenes aus."

- Hilfe suchen: Merken Eltern, dass Gespräche immer wieder in Streit und Vorwürfen enden, brauchen sie Unterstützung von außen. Beratungsstellen können moderierend zur Seite stehen und Tipps geben, wie die Kommunikation besser laufen kann. In manchen Fällen kann es für eine Zeit auch besser sein, wenn die Erwachsenen sich nur schriftlich miteinander austauschen. Aber auch dann gilt: "Sachlich bleiben und nicht hetzen", rät Ritzer-Sachs.

- Respektvoll bleiben: Schlecht vor dem Kind über den Ex reden, ist ein No-go. "In der Pubertät kehrt sich das dann irgendwann um, und das Kind bricht den Kontakt zu demjenigen ab, der hetzt und abwertet." Eltern sollten sich bewusst machen: Egal wie groß die persönliche Verletzung ist - den anderen schlechtmachen, stürzt Kinder in Loyalitätskonflikte. Und Eltern nehmen ihnen damit die Chance, trotz der Trennung gut groß zu werden.

- Die richtige Aufteilung finden: Hier gibt es kein Patentrezept. Eine Wechselvariante mit einer 50/50-Aufteilung sei ein tolles Modell, findet Ritzer-Sachs. Vorausgesetzt beide Eltern wollen es und es ist finanziell machbar. "Bei ungleichem Einkommen ist so etwas sehr schwierig, weil es schon an zwei ungefähr gleich großen Wohnungen scheitert." Auch wenn ein Elternteil Schicht arbeitet oder beide Ex-Partner weit auseinander wohnen, kann eine Wochenendlösung besser geeignet sein.

dpa


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