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Zehntausende Kinder werden jedes Jahr zu Scheidungskindern. Hilfe für Eltern und Kinder bietet die Initiative «Betreuter Umgang».

Zehntausende Kinder werden jedes Jahr zu Scheidungskindern. Hilfe für Eltern und Kinder bietet die Initiative «Betreuter Umgang». © Roland Weihrauch

Familie

Neue Partner und Co: Was Eltern bei Trennung beachten müssen

Wenn Paare sich trennen, ist das schwierig und hochemotional. Besonders kompliziert wird es, wenn Kinder im Spiel sind. Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (BKE), gibt Tipps, wie der Alltag gelingen kann.

Fürth. bt Tipps, wie der Alltag gelingen kann.

 

 

Wie können Eltern ihr Kind nach einer Trennung mental unterstützen?

 

"Da sein und zuhören", sagt Urban. Wichtig ist, dem Kind keinen Druck oder ein schlechtes Gewissen zu machen. "Eltern sollten keinesfalls Dinge sagen wie "Ich bin traurig, wenn du nicht da bist"", sagt die Expertin. Besser sei: "Ich freue mich auf dich und bin gespannt zu erfahren, wie es bei Mama war." Ein absolutes No Go ist Aushorchen. Außerdem sollten Eltern alles rechtzeitig ankündigen und mit dem Kind besprechen. So sollte es immer schon am Vortag wissen, wer es nachmittags von der Kita abholt - und nicht erst am Tag selbst.

 

 

Sollten die Mama- und Papa-Zeiten besser strikt oder fließend organisiert sein?

 

"Ich würde es abhängig vom Kindesalter und der kompletten Situation machen", sagt Urban. Wenn genug Vertrauen und Zuverlässigkeit da sind und es das Kind nicht überfordert, sei fließend wunderbar. Das heißt: Es ist nicht immer die beste Lösung, wenn das Kind beispielsweise strikt nur an den Wochenenden beim Vater ist. Besonders wenn die Eltern viel streiten oder das Kind noch sehr klein ist, ist die fließende Regelung aber problematisch und kann verunsichern.

 

Sollte das Kind in der bisherigen Wohnung bleiben?

 

"Die alte Wohnung ist vertraut, gibt Sicherheit - bei ganz kleinen Kindern wäre es gut, wenn sich das berücksichtigen ließe", sagt Urban. Das gilt besonders, wenn mit dem Umzug beispielsweise noch ein Kita-Wechsel verbunden wäre. "Wenn es sich nicht verhindern lässt, kann ein Umzug aber auch gut für alle Beteiligten sein." Dann ist es wichtig, das Kind im Blick zu haben und es beispielsweise bei der Einrichtung miteinzubeziehen.

 

Kann eine Trennung für das Kind auch etwas Positives haben?

 

Es ist eindeutig erleichternd für das Kind, wenn es Klarheit hat und beispielsweise vorher eine angespannte Situation daheim herrschte. Durch eine Trennung könnten alle Seiten zur Ruhe finden, meint Urban. Irgendwann komme es dem Kind zugute, wenn es sich in die neue Situation eingefunden hat. Wichtig ist die Botschaft der Eltern an ihr Kind: "Wir lieben dich und sind für dich da. Die Trennung als Paar ändert nichts daran, dass wir beide deine Eltern sind."

 

Wie sollten getrennt lebende Eltern den Urlaub planen?

 

"Alles kann gehen, was das Kind nicht überfordert, und für die Eltern zumutbar ist", sagt Urban. Beispielsweise gemeinsamer Urlaub ist nicht immer zu empfehlen. Wenn etwa der Vater das Kind im Urlaub nicht so oft sieht, kann er vielleicht mal eine Woche mehr Urlaub mit ihm machen. "Je älter die Kinder, umso mehr kann man sich mit ihnen zusammensetzten und gemeinsam überlegen."

 

Wann und wie darf man dem Kind einen neuen Partner vorstellen? 

 

Lieber vorsichtig und langsam angehen, rät Urban. Mutter oder Vater sollten erst sehr genau prüfen, wie stabil die neue Beziehung ist und sich über ihre eigenen Gefühle im Klaren sein. Die einzelnen Schritte sollten dann sehr behutsam ablaufen. Für ein erstes Treffen empfiehlt die Expertin einen gemeinsamen Ausflug an einen neutralen Ort - beispielsweise in den Zoo. Generell ist es für Kinder wichtig, dass sie den neuen Partner mögen dürfen - auch, wenn das schwierig für den anderen Elternteil ist.

 

dpa


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