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Pucken soll Babys beruhigen. Doch nicht bei jedem Kind wirkt es.

Pucken soll Babys beruhigen. Doch nicht bei jedem Kind wirkt es. © Daniel Karmann

Familie

Kuschelig oder einengend? Nicht allen Babys gefällt Pucken

Geborgen, gewärmt und gut behütet: Manche Säuglinge beruhigt es, wenn sie zum Einschlafen in ein weiches Tuch gewickelt sind. "Das empfinden viele Kleinkinder so, als würden sie in den Arm genommen", sagt Hebamme Christiane Schwarz.

Berlin. Pucken heißt die alte Methode, die Säuglingen helfen soll, ruhiger und tiefer zu schlafen. Das Tuch soll die ursprüngliche Idee nachahmen, kleine Kinder am Körper zu tragen und ihnen damit Halt und Sicherheit zu geben. Aus dem Mutterleib seien Kinder es gewohnt, regelmäßig an Grenzen ihrer eigenen Beweglichkeit zu stoßen, meint Schwarz. Daher sei Pucken nichts Befremdliches, sondern für die Babys eine vertraute Situation.

Wenn man es richtig macht, seien keine bleibenden Schäden zu befürchten, meint auch der Berliner Kinderarzt Jakob Maske. Eltern sollten darauf achten, dass sie das richtige Tuch nehmen. Ideal sind Wickeltücher aus Wolle oder Baumwolle. Bei einem Synthetik-Tuch kann es zu Überhitzung kommen, warnt Hebamme Schwarz. Das kann auch dann passieren, wenn Säuglinge bis unter die Nasenspitze eingewickelt sind. Es sollte immer genug Haut rausschauen. Aber Vorsicht: Die Babys dürfen nicht zu eng eingewickelt werden. Ansonsten kommt es in Extremfällen zu Hüftfehlstellungen.

Das Pucken ist dennoch umstritten: Kritiker bemängeln, den Kindern werde durch das Einwickeln ein großer Teil ihrer Bewegungsfreiheit genommen - die Entwicklung der Motorik könne so gestört werden. Aus ärztlicher Sicht sei das Pucken dann bedenklich, wenn die Kinder zu lange am Stück eingewickelt sind, sagt Maske. Zum Schlafen sei die Methode gut geeignet - wer das Kind aber den ganzen Tag lang im Tuch lasse, übertreibe es. Kinder, die älter als ein Jahr sind, sollten nicht mehr gepuckt werden.

Ob die Methode für das eigene Kind geeignet ist, probieren Eltern am besten erst einmal vorsichtig aus - denn nicht jedem Kind gefällt es im Puck. Im Zweifel sollten Mütter und Väter auf alle Fälle mit dem Kinderarzt oder der betreuenden Hebamme sprechen. Diese zeigen auch ganz genau, wie das Einwickeln funktioniert.

dpa


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