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Kurznachrichten, E-Mails und Anrufe einfach nicht zu beachten, fällt vielen schwer. Doch nur das kann helfen, wirklich abzuschalten.

Kurznachrichten, E-Mails und Anrufe einfach nicht zu beachten, fällt vielen schwer. Doch nur das kann helfen, wirklich abzuschalten. © Michael Kappeler

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Kalter Entzug: Was gegen Handy-Stress hilft

Fast jeder kennt es: Das Smartphone stresst - aber weglegen stresst noch mehr. Doch das innerliche Abschalten lässt sich lernen. Besonders gut: Ein kleines Ritual, das nicht nur einem selbst guttut.

Wien. Viele klagen darüber, ständig erreichbar zu sein - aber das Abschalten muss zuerst im Kopf funktionieren. "Das geht nur mit kaltem Entzug, denn das ständige Schauen aufs Smartphone und die Erreichbarkeit sind wie eine Sucht", sagt Dominik Borde, Coach und Paartherapeut in Wien.

"Es braucht Entwöhnung, man muss sich in bestimmten Situationen zwingen und es ganz bewusst weglassen." Beginnen kann man beispielsweise beim Treffen mit dem Partner oder einem Freund. Borde empfiehlt: Das Smartphone vor den Augen des anderen herausnehmen, ausschalten und etwa sagen: "Entschuldige, ich schalte nur gerade mein Handy aus." Das signalisiert dem anderen Wertschätzung und gibt beiden Seiten ein gutes Gefühl. Daraus kann man eine kleines Ritual machen - das mit jedem Mal einfacher wird. Dagegen funktioniert es in der Regel nicht, sich nur vorzunehmen, nicht aufs Smartphone zu schauen.

"Wenn beispielsweise die Freundin kurz zur Toilette geht und man sofort die Pause nutzt, um das Handy herauszuholen, dann funktioniert das Abschalten nicht", sagt Borde. Wenn es ausgeschaltet ist oder gar woanders liegt, konzentriert man sich mehr auf sein Umfeld und kann besser abschalten.

Borde empfiehlt außerdem, auch mal einen Ausflug ganz ohne Handy zu machen oder es zumindest ausgeschaltet zu lassen. "Man muss nicht immer Fotos machen oder irgendwem schreiben, wo man gerade ist", sagt der Experte. Besser ist es, sich ganz bewusst auf den Moment zu konzentrieren. Dass das den meisten nicht leichtfällt, ist klar. "Man muss es erst wieder lernen."

dpa


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