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An Informationen und Kursen mangelt es Schwangeren nicht. Viele Geschichten, die ihnen erzählt werden, können aber Ängste schüren.

An Informationen und Kursen mangelt es Schwangeren nicht. Viele Geschichten, die ihnen erzählt werden, können aber Ängste schüren. © Babette Brandenburg

Familie

Horrorgeschichten können Schwangere ängstigen

In Internetforen werdender Mütter überbieten sich Schwangere regelrecht mit dramatischen Schwangerschaftsausgängen. Noch delikater wird die Sache, wenn man selbst schwanger ist und mit solchen Geschichten konfrontiert wird - häufig ungefragt.

Berlin. Warum erzählen Frauen Schwangeren solche Dinge? "Oft, um ihren eigenen Ängste ein Ventil zu verschaffen", sagt Bettina Strehlau, Diplom-Psychologin in Berlin.

Die Schwangerschaft sei heute in weiten Teilen etwas sehr Planbares geworden: Kinder entstehen seltener durch Zufall und eher nach optimiertem und mit dem Partner abgestimmtem Zeitplan. Zumindest versuchen viele Paare, den Zeitpunkt des Kinderkriegens so genau wie möglich zu bestimmen. Dem steht aber die Biologie entgegen: Hat es geklappt, verändert sich der Körper. Und das ohne eigenes Zutun oder Kontrolle. "Viele Frauen wirft das aus dem Ruder", erklärt Strehlau. Häufig seien sie daran gewöhnt, an ihrem Körper zu arbeiten, ihn zu optimieren. Schwangerschaftshormone scheren sich aber selten um Idealmaße.

Als Kompensation für den Kontrollverlust fangen viele Schwangere an, nach Informationen zu suchen: "Es wird geredet, gegoogelt, verglichen." Hinzu kommt, dass die Diagnostik immer exakter und das Vorsorgeangebot immer größer werden. Mehr Wissen kann aber mehr Ängste schüren und die eigene Paranoia erst richtig befeuern. Als eine Art Spannungsabbau versuchen dann manche Frauen, schlimme Schwangerschafts- oder Geburtsgeschichten auszupacken. "Erstgebärende sprechen da allerdings viel mehr drüber als Mütter mit mehreren Kindern", ist Strehlaus Erfahrung.

Doch wie reagiert man, wenn man ungefragt Schauergeschichten über Früh- und Fehlgeburten um die Ohren gehauen bekommt? Am besten so direkt wie möglich. "Man muss sagen: "Du machst mir damit Angst, ich will das nicht hören"", rät die Psychologin. Aus Höflichkeit darauf zu warten, dass der andere sein unsensibles Verhalten vielleicht von selbst bemerkt, sei meist vergebens. Jede Frau habe das Recht, sich vor belastenden Informationen zu schützen - gerade in der Schwangerschaft.

dpa


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