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Tolle Ideen für alte Heizkörper!
Ideen mit Pfiff

Neues Kleid für den alten Heizkörper

Verkleidungen nach Maß aus Holz oder Edelstahl. Breite Lüftungsschlitze verhindern den Wärmestau.

Ältere Heizkörper können eine ausgesprochene Zierde für die Wohnung sein. Besonders wenn es sich um Gussheizkörper mit Dekormotiven handelt, die beim Lackieren farblich passend zur Einrichtung herausgehoben wurden. Manchmal benötigen weniger aufwendig gestaltete Heizungen jedoch ein bisschen Schmuck, um sich optisch perfekt einzufügen. „Heizkörperverkleidungen eignen sich für alle üblichen Röhren- und Flachheizkörper“, sagt Joachim Stimpel, Leiter der Heizkörperprüfung beim Institut für Gebäudeenergetik an der Uni Stuttgart. Auch Nachtspeicherheizungen könnten verkleidet werden. Als Material empfehlen sich Edelstahl oder Holz in naturbelassener oder lackierter Oberfläche. Spezialisierte Tischlereien sowie Heizungs- oder Sanitärfirmen fertigen Verkleidungen nach Maß an.

„Eine industrielle Serienproduktion gibt es für diesen Markt nicht“, sagt der Fachmann. Einige Firmen bieten aber vorgefertigte Teile und Dekore als Do-it-yourself-Pakete an. Ein Blick ins örtliche Branchenbuch oder die Internet-Suchmaschine helfen bei Suche und Auswahl zwischen hochmodern strukturierten Edelstahlfronten, Landhausstil mit Rohrgeflecht oder schlichten Holzkonstruktionen aus einfachen oder edlen Hölzern.

Für eine optimale Energieeffizienz sollte bei der Heizkörperverkleidung einiges beachtet werden, rät Stimpel. Denn so eine Verkleidung kann den Wärmefluss behindern, wenn sie falsch entworfen und angebracht ist. Die Funktion sollte daher Vorrang haben vor dem Design. „Bei alten Heizkörpern beruht der Wärmetransport noch auf Konvektion“, erklärt der Prüfexperte. Die Luft wird erwärmt, steigt nach oben, kühlt ab und strömt zur Wärmequelle zurück. Daher muss eine Verkleidung sowohl unten als auch oben – sofern der Heizkörper dort abgedeckt ist – auf voller Breite mindestens zehn Zentimeter Platz für die Luftzirkulation lassen. „Ein auf diese Weise erzielter Kamineffekt kann die Wärmeleistung gegenüber einer unverkleideten Heizung sogar noch steigern“, versichert er.
Neuere Heizkörper verbreiten nicht nur Konvektionswärme, sondern auch Strahlungswärme, die – vergleichbar mit Sonneneinstrahlung - nach vorn in den Raum strahlt und wesentlich zum Wohlbefinden beiträgt. Die Front einer Heizkörperverkleidung müsse daher für Strahlungswärme durchlässig sein und möglichst grobe Gitter oder Stäbe haben, so sein Ratschlag.

Metallfronten geben nach einer Aufheizzeit Strahlungswärme weiter; Holz tut dies weniger, ebenso die oft verwendeten Rohrgeflechte. Wer lackiertes Holz verwendet, sollte darauf achten, dass der Lack keine metallischen Anteile hat, denn diese fangen Strahlungswärme ab.

Eine besonders kostengünstige und dekorative Lösung für alte, auf Konvektion basierende Heizkörper empfiehlt der Kölner Produktdesigner und Trainer der Do-it-yourself-Academy Maik Heide-Jensen: „Wer an den vier Ecken des Heizkörpers lange Gewindeschrauben in die Wand setzt, kann daran eine Abdeckplatte befestigen. Diese muss natürlich ausreichenden Abstand zum Heizkörper haben.“ Als Material rät Heide-Jensen zu farbigem oder milchig-weißem Acrylglas, welches man zusätzlich von hinten beleuchten kann. Acrylglas habe den Vorteil, dass man es mühelos durchbohren und montieren kann. Möglich ist auch der Einsatz von japanischem Papier oder Kunststoffwaben, die es in einigen Baumärkten und Möbelhäusern gibt: „Zur Befestigung muss man sich dann aber einen Holzrahmen bauen.“ Damit Thermostate nicht durch einen Wärmestau hinter der Verkleidung beeinflusst werden und die Regler zugänglich bleiben, bietet sich als Ergänzung ein Fernfühler oder ein Funkthermostat an.

Wer eine aufwendigere Lösung bevorzugt, sollte nach Worten von Joachim Stimpel als Alternative zur Verkleidung auch die Montage eines neuen, modernen und eleganten Heizkörpers erwägen: „Es gibt sehr formschöne Modelle auf dem Markt, die nicht unbedingt viel teurer sind als eine professionell gefertigte Verkleidung.“ Sie böten als zusätzlichen Vorteil aufgrund ihres geringeren Wasservolumens eine schnellere Reaktionszeit als der alte Rippenheizkörper.

Von Thomas Voigt


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