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Altbau oder Neubau: Wer sich Eigentum anschaffen möchte, hat die Qual der Wahl

Altbau oder Neubau: Wer sich Eigentum anschaffen möchte, hat die Qual der Wahl

Wohneigentum

Neubau oder Altbau? Das kalkulierte Risiko

Eine Instandhaltungsrücklage schafft Sicherheit

Endlich in den eigenen vier Wänden: Keine Sorge mehr vor ausfallender Technik und die anschließenden Reparaturverhandlungen mit dem Vermieter, weil jetzt erstens alles Eigentum ist und zweitens alles neu, freut sich der eine Immobilienkäufer. Der andere liebt den eben erworbenen Altbau und freut sich, nun selbst entscheiden zu können, ob der Stuck abgebeizt oder die Elektrik modernisiert wird. Beide Formen des Wohneigentums haben ihre Vorteile und deshalb auch ihre Freunde. Dem stehen aber auch genauso typische Nachteile gegenüber.

Wer eine Immobilie aus dem Bestand kauft, kann zumindest sicher sein, dass Konkurs oder Unwillen des Bauunternehmens den Umzug nicht gefährden – jedenfalls, solange keine allzu großen Umbauten nötig werden. Wer neu baut oder kauft, kann dagegen das Thema Instandsetzung weitgehend verdrängen:Typische Hausbestandteile wie Dach, Fassade oder Installation halten rund 40 Jahre. Bei einem durchschnittlichen Alter der Hauskäufer von 40 bis 45 Jahren wird die nächste größere Modernisierung erst ein Thema für die Erben. Auch die Instandhaltungsrücklage, die angespart werden sollte, kann entsprechend gering ausfallen.

Altbaukäufer dagegen können sich oft über große Grundstücke oder eine zentrale Lage freuen, müssen dafür aber auch eine gewachsene Installation in Kauf nehmen. Wer das Haus nicht vor dem Einzug in einen Rohbau zurückverwandelt und von Grund auf modernisiert, muss mit höheren laufenden Instandsetzungskosten rechnen. Das gleiche gilt auch für die Käufer einer Eigentumswohnung aus zweiter Hand. Hier besteht für den einzelnen Eigentümer gar nicht die Möglichkeit, alle Installationen nach Wunsch zu modernisieren, weil die Hausbestandteile Gemeinschaftseigentum sind.

Der Nachteil sind monatliche Zahlungen in die Instandhaltungsrücklage über die ganze Besitzdauer, auch wenn der eigentliche Kredit längst getilgt ist. Der Traum vom mietfreien Wohnen lässt sich in einer Eigentumswohnung also nur zum Teil erfüllen. Daraus ergibt sich aber auch direkt der Vorteil, dass für die anfallenden Reparaturen das nötige Geld auch jederzeit vorhanden ist und das Haus in einem guten Zustand gehalten wird. Käufer einer Altbaueigentumswohnung sollten sich deshalb nicht von einer niedrigen Instandhaltungsrücklage locken lassen – sie könnte sich als unrealistisch erweisen und bei größeren Schäden Sonderumlage nötig machen.

Eine umfangreiche Auswahl von Entscheidungshilfen zu den verschiedenen Aspekten des Immobilienkaufs bieten die Ratgeber der Verbraucherzentralen und der Bauherrenverbände.

www.vzniedersachsen.de
www.vpb.de

Von Ralf C. Kohlrausch


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