Dachdecker Mario Kotulla behebt Sturmschäden in Hannovers Innenstadt.
Die Sonne strahlt, Schnee ist weit weg: Vier Monate in die Vergangenheit, sechs in die Zukunft. „Das wäre jetzt die richtige Zeit, Konsequenzen aus den zwei starken Wintern in Folge zu ziehen“, meint Dachdecker-Obermeister Bernd Schuchardt.
Sein Tipp sind Wartungsverträge. Dann schaut in festgelegten Abständen ein Dachdecker vorbei und prüft die üblichen Fehler wie Materialermüdung bei Dachrinnen und in der Folge Fehler beim Gefälle, lose oder gebrochene Dachziegel, undichte Unterspannbahnen oder fehlerhaft gewordener Zementverstrich bei älteren Dächern. Ebenfalls empfehlenswert sind Windklammern für die Dachziegel an besonders gefährdeten Stellen. „Große Firmen lassen das aus Haftungsgründen regelmäßig prüfen“, sagt Schuchardt, aber bei Privathäusern sei diese Vorsorge noch nicht üblich. Dabei hätten Stürme wie Kyrill und die vergangenen beiden Winter gezeigt, dass auch in sicher geglaubten Gebieten von Dächern Gefahren ausgehen könnte. Schuchardt kennt Häuser in Hannover, deren Besitzer bereits mehrere Feuerwehr und Dachdeckereinsätze zur Eiszapfenbeseitigung bezahlen mussten. Bei der akuten Gefahrenabwehr kämen da wiederholt vierstellige Rechnungsbeträge zusammen, zu einer Dachrinnenheizung hätten sich die Besitzer aber immer noch nicht entschließen können.
Immerhin, bei Schneegittern gibt es langsam ein Umdenken. „Ich habe selbst den Kunden früher abgeraten“, räumt der Obermeister ein. „Das würde ich nie wieder tun.“ Sein Tipp: Wenn aus anderen Gründen ohnehin ein Gerüst am Haus steht, die Gitter gleich mit anbringen lassen. Die Gitter und ihre Montage selbst kosten nur etwa 80 Euro pro Meter. Auch bei Wärmedämmungen würde Schuchardt einen Dachdecker hinzuziehen, damit Übergänge im Dachbereich fachkundig ausgeführt werden.