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Handwerkermagazin 2011

Elektrotechnik

Motoren machen das Leben leichter

Von kleinen Verbrauchern zu großen Netzwerken.
Leitungsebene: Zur Elektrizität kommt die Steuerung. Für die Handwerker heißt das auch, Kunden umfangreich zu beraten.

Leitungsebene: Zur Elektrizität kommt die Steuerung. Für die Handwerker heißt das auch, Kunden umfangreich zu beraten.

© Fotolia.de/Mitya

Ein Tag ohne Strom“, das war der Titel einer Arbeit zum hundertjährigen Bestehen der Elektro-Innung. Schreckliche Vorstellung. Man müsste zwar nicht grundsätzlich auf Morgenkaffee und warme Milch verzichten, hätte aber viel mehr Arbeit damit. Und ein schneller Espresso aus dem Vollautomaten wäre auch nicht drin. Ein Loch ohne elektrische Schlagbohrmaschine von Hand passgenau in die Wand zu stemmen … nein, zurück in die Gegenwart. Elektrizität ist vor allem ein großer Komfortgewinn. „Und dabei gibt es eine rasende Fortentwicklung der Technik“, sagt Rüdiger Rust, Geschäftsführer der hannoverschen Elektroinnung. Rust meint damit die angeschlossenen Geräte und die Elektroinstallation gleichermaßen.

Innerhalb einer Nutzergeneration von Häusern haben sich Möglichkeiten und Anforderungen an die Installation grundlegend verändert. Für die Käufer von Gebrauchtimmobilien heißt das zumeist, eine gründliche Erneuerung und Erweiterung der Elektrik, angefangen bei den Steigleitungen, vorzunehmen. Weil die Zahl der Elektrogeräte seit dem Hausbau deutlich gestiegen ist. Inzwischen genüge es nicht mehr, nur ausreichend Energie bereitzustellen und die nötigen Kabelquerschnitte für einen sicheren Betrieb der Geräte zu verbauen. „Die Hausautomatisierung wird Standard“, sagt Rust. Im Neubau sei sie sogar ohne große Mehrkosten umzusetzen. Für die Elektriker eine doppelte Herausforderung. Sie müssten nicht nur in der Lage sein, die Systeme zu installieren und zu warten, sondern auch die Kunden über die Möglichkeiten zu informieren und mit ihnen zusammen die richtige Auswahl zu treffen.

Ebenfalls Standard im Neubau und zunehmend auch als Nachrüstung bei Altbauten ist die Stromerzeugung mit Photovoltaikanlagen – vielleicht das beste Beispiel für den technischen Fortschritt und die Änderung im Anwenderverhalten. Photovoltaik, das gab es auch schon vor 60 Jahren in fast allen Eigenheimen. Kaum briefmarkengroße Selenzellen versorgten den Belichtungsmesser von Fotoapparaten abhängig von der Umgebungshelligkeit mit Strom. Stand heute: Zumindest rechnerisch können Haushalte in Einfamilienhäusern auf ihrer Dachfläche etwa den gesamten verbrauchten Strom auch selbst erzeugen.

In einem Punkt immerhin hat die Branche aus der Vergangenheit und ihren rasanten Veränderungen gelernt. Zwar können auch Elektriker nicht in die Zukunft sehen, aber sie können mit der Installation von Leerrohren und Kabelkanälen dafür sorgen, dass künftige Anpassungen vorgenommen werden können, ohne die Wände aufzustemmen. Das gilt, mit ein bisschen Kreativität, auch schon für aktuelle Neuinstallationen in Bestandsbauten, wenn sich dreieckige Kabelkanäle unauffällig in die Ecken schmiegen.

Die Vielfalt der Elektrotechnik schafft Chancen und Probleme gleichermaßen: „Ein Mensch allein kann die ganze Palette gar nicht mehr beherrschen“, meint der Innungsgeschäftsführer. Solides Grundwissen und anschließende Spezialisierung sei der Trend für die Betriebe. Seit mehr als 20 Jahren lege die Elektro-Innung deshalb viel Wert auf die Weiterbildung der Mitglieder.


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