Wasserdichte Fugen sind das Geheimnis eines guten Fliesenboden.
Der Trend geht zu den großen Formaten: Fliesen in den Maßen 60 mal 120 Zentimeter sorgen für fugenarme Wand- und Bodenbeläge, Natursteinplatten in der Größenordnung zwei mal zwei Meter schaffen ganze Wände, zumindest aber den Bereich an der Wanne sogar ganz fugenlos. Der Vorteil: Während Fliesen traditionell wasserdicht sind, gilt das für die Fugen nicht. Je weniger Fugen es gibt, desto leichter ist es, die Wände und Böden zu putzen. Je größer die Platten, desto höher sind allerdings auch die Anforderungen an die Vorarbeiten der anderen Gewerke. Für große Fliesen müssen Wand und Boden vollkommen eben sein.
Das genaue Gegenteil, kleine Fliesen, ist allerdings nicht minder im Trend, wie Innungsobermeister Stefan Rehberg erklärt. Was bei den Großen der Nachteil ist, nämlich die mangelnde Flexibilität bei Unebenheiten, ist bei den Kleinen Programm: „Mit kleinen Kacheln lassen sich besonders gut Rundungen verkleiden, zum Beispiel bei frei stehenden Badewannen.“
Die Kombination von klassischem Handwerk, kreativem Entwerfen und Gestalten sowie anspruchsvoller Planung sei es, was den Fliesenlegerberuf so reizvoll mache, sagt Obermeister Rehberg. „Außerdem ist es eines der wenigen Baugewerke, bei denen der Handwerker die fertige Arbeit zu sehen bekommt.“ Das Spektrum reiche vom kleinen Küchenfliesenspiegel bis zum komplett geplanten Bad, vom Verlegen von Terrassenplatten bis zum barrierefreien Umbau der Fußböden und von der Altbausanierung bis zum Swimmingpoolbau.
Besonders reizvoll für Kunden wie Handwerker sind Restaurierungsarbeiten. „In Altbauten haben wir es manchmal mit Fliesen zu tun, die mehrere Hundert Jahre alt sind. Die können wir vorsichtig ausbauen, reinigen und wieder einbauen“, sagt Rehberg.
Oft unterschätzt werden Rehberg zufolge die im Bereich von Feuchträumen nötigen Abdichtungen unter den Fliesen. Bei Heimwerkern bestünde die Gefahr, dass Feuchtigkeit durch die Fugen in die Wand eindringe, hat Rehberg beobachtet. Problematisch dabei sei, dass der Schaden in einem privat genutzten Badezimmer erst nach zwei bis drei Jahren deutlich werde. Dann sei die Wand schon so stark durchfeuchtet, dass nur ein Abriss und Neubau des betroffenen Bereiches möglich sei.
Auch für Profis sei dies oft der kritischste Teil der Arbeit, der wegen der anschließend aufgebrachten Kacheln oder Platten zudem kaum nachträglich kontrolliert werden könne. Rehberg appelliert an Kunden wie Handwerker, in diesem Punkt auf die Qualität der Arbeit zu setzen und nicht nur auf den niedrigsten Angebotspreis.
Die Novellierung der Handwerksordnung habe Gründungen von Betrieben auch ohne Meistertitel möglich gemacht. Einerseits sei das für die Kunden ein Vorteil, weil sich das Angebot der Dienstleister deutlich verbreitert habe, andererseits sei der Meisterbrief eine Gewähr dafür, dass der Handwerker gleichermaßen gut ausgebildet und erfahren sei. Ein großer Teil der Betriebsneugründungen, so hat die Innung beobachtet, muss nach kurzer Zeit wieder schließen. Angesichts der fünfjährigen Gewährleistungsfristen und der langen Zeit bis zum Auftreten sichtbarer Feuchtigkeitsschäden sollten Kunden deshalb vor der Auftragsvergabe auch prüfen, wie realistisch eine erfolgreiche Schadensreklamation erscheine.