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Sabine Tegtmeyer-Dette

Sabine Tegtmeyer-Dette© Felix Schledding

Interview

„Unternehmen haben Vertrauen in den Standort“

Hannovers Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette spricht im Interview mit HAZ-Redakteur Conrad von Meding über Milliardeninvestitionen und den Zusammenhalt der Branche.

Hannover. Frau Tegtmeyer-Dette, Hannover präsentiert sich Anfang Oktober auf der Immobilien- und Investorenmesse Expo Real mit soliden Zahlen. Gibt es ein Thema, mit dem Stadt und Region Akzente setzen?

Der Akzent, den wir setzen, besteht aus genau diesen soliden Daten. Hannover ist für Investoren ein sehr verläss-licher, stabiler Partner. Wir messen uns eben nicht mit den Top-Metropolen, die spektakuläre Leuchtturmprojekte präsen-tieren und damit später gelegentlich Probleme bekommen, sondern sind inzwischen überregional bekannt als ein ausgesprochen zuverlässiger Ort für seriöse Projekte.

Wo stehen wir im Vergleich?

Hannover hat den Spitzenplatz unter den B-Standorten gefestigt, also unter den Großstädten, die nicht zu den sieben wichtigsten Metropolen gehören. Stabile Renditen, geringer Leerstand, wenig spekulative Neubauten - die Zahlen sprechen für sich. 450 Millionen Euro sind im vergangenen Jahr allein in gewerbliche Immobilien investiert worden. Hinzu kommen rund 1,64 Milliarden Euro, die von privaten Hauseigentümern und Kapitalanlegern in Wohnimmobilien investiert worden sind. Ganz offenkundig bietet also die Region Hannover und insbesondere das Zentrum, die Landeshauptstadt, für Investitionen einen sinnvollen, nachhaltigen Rahmen.

Auf welches Projekt sind Sie besonders stolz?

Solch ein Urteil ist schwierig, weil alle interessanten Projekte auf unterschiedliche Weise wichtig sind für einen Standort. Aber um mal ein paar Namen zu nennen: Natürlich sind wir froh, dass international agierende Unternehmen wie Deloitte ihre Niederlassung in einem prägnanten Gebäude am Aegi beziehen; dass ein für die Immobilienwirtschaft so wichtiger Finanzierer wie die Deutsche Hypo einen anspruchsvollen Neubau an der Osterstraße ermöglicht; dass mit der Mecklenburgischen Versicherung die älteste Privatversicherung Deutschlands ihren Standort in Kleefeld mit einem Neubau festigt oder dass auf dem ehemaligen Erdmann-Grundstück in der Innenstadt ein Neubau für eine Trend-Modemarke wie Reserved entsteht. All das zeugt von Vertrauen in den Standort.

Wovon die Innenstadt in besonderem Maße profitiert …

Unbedingt! Mit Investitionen wie die für Reserved festigen wir unseren Ruf als Einkaufsstadt. Hannover ist einer der fünf stärksten Einzelhandelsstandorte Deutschlands. Die Georg- und die Bahnhofstraße werden unter den Top Ten der Einkaufsstraßen geführt. Deshalb haben sich der Apple-Store oder ein weiterer Mango-Store angesiedelt, und wir eröffnen einen Bogner-Store an der Luisenstraße oder in Kürze eine Filiale von Massimo Dutti im neuen Kröpcke-Center.

Investiert die Stadt selbst genug in Immobilien?

Wir investieren ganz gezielt. Zum Beispiel haben wir der Messe den Neubau der Hallen 19/20 ermöglicht, um den Messe- und Kongressstandortzu stärken. Wir haben - ebenfalls mit dem Land - den Erweiterungsbau des Sprengel-Museums finanziert, der im September eröffnet wurde. Oder, um ein drittes Beispiel zu nennen: Wir finanzieren die Modernisierung des Kuppelsaals, des größten Klassik-Konzertsaals Deutschlands.

Und offenbar funktioniert auch die Zusammenarbeit mit der Immobilienbranche gut.

Ja, darauf sind wir durchaus stolz. Es ist mittlerweile der 13. Marktbericht, den Stadt, Region und Branche vorlegen. Dass wir diesen Überblick über die Entwicklungen am Immobilienmarkt bieten können, ist der Offenheit von 16 Immobilienunternehmen zu verdanken. Da funktioniert trotz aller Konkurrenz die Zusammenarbeit sehr gut: Die Unternehmen der Branche legen sich gegenseitig ihre Informationen offen und schaffen so eine hohe Markttransparenz.

Sabine Tegtmeyer-Dette

Die 54-jährige studierte Politikwissenschaft und ist seit 2013 als Erste Stadträtin von Hannover die Stellvertreterin des Oberbürgermeisters und Dezernentin für Wirtschaft und Umwelt. Sie hat ab 1988 zunächst im Landesverband der Grünen gearbeitet, war danach im Kommunalverband (später: Region) als Leiterin der Zentralen Steuerung und als Prokuristin der Verkehrsbetriebe Üstra tätig.


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