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Gefragte Büroimmobilien: Die Deutsche Hypo hat an der Osterstraße ihre neue Zentrale bezogen.

Gefragte Büroimmobilien: Die Deutsche Hypo hat an der Osterstraße ihre neue Zentrale bezogen.© Region Hannover

Immobilienmarktbericht

Hannover investiert in seine Zukunft

Die Bevölkerungszahl wächst, und internationale Konzerne siedeln sich an.

Hannover . Es gibt Städte, die punkten mit glanzvoller Vergangenheit. Es gibt Städte, denen kaum etwas geblieben ist als die Vergangenheit, weil viele ihrer jüngeren Bürger in die Ferne ziehen. Und es gibt Städte, die außer einer großen Vergangenheit eine vielversprechende Zukunft haben - wie Hannover. Binnen eineinhalb Jahren ist die Bevölkerungszahl um fast 10 000 gewachsen. Das entspricht einem Plus von gut 2 Prozent. Ein Wert, der viele Kommunen staunen und manche ein bisschen neidisch werden lässt.

Stadt und Region wachsen. Das macht den Standort, der aufgrund seiner zentralen Lage längst als Logistikdrehscheibe für nationale und internationale Märkte funktioniert, der sich als innovativer Industriestandort und als Dienstleistungsmetropole einen Namen gemacht hat, noch interessanter für Investoren aus dem In- und Ausland. Einwohnerzuwachs und Beschäftigungszuwächse in fast allen Leitbranchen sichern zugleich das Wachstum des regionalen Immobilienmarkts. In gewerbliche Immobilien haben Kapitalanleger allein im Jahr 2014 rund 450 Millionen Euro investiert. Für rund 1,64 Milliarden Euro haben private Haushalte und Kapitalanleger Wohnimmobilien erworben. Warum sich das auch künftig rechnet, belegt eindrucksvoll die neueste Marktanalyse des Forschungsunternehmens Bulwiengesa, die unter dem Titel „Starker Standort, richtig investiert“ erschienen ist.

In der Champions League der deutschen Metropolen spielen sieben Städte mit. „Aber unter den 15 B-Städten wie Bremen, Dortmund, Nürnberg oder Karlsruhe ist Hannover mit Abstand die Königsklasse“, sagt Bulwiengesa-Chef Andreas Schulten. Die Daten, die er mit Stadt, Region und 18 Partnern aus der Immobilienwirtschaft zusammen getragen hat, dokumentieren das.

Allen voran ist der Markt für Wohnimmobilien zu nennen. Die Umsätze und Erlöse steigen seit drei bis vier Jahren spürbar an. Zahlreiche neue Projekte sind im Bau oder in Planung, die Zahl der Fertigstellungen hat sich zwischen 2012 und 2014 im Vergleich zu den Vorjahren mehr als verdoppelt. „Trotz der gestiegenen Nachfrage gibt es keine Preisexplosion bei den Mieten“, berichtet die Erste Stadträtin, Sabine Tegtmeyer-Dette. Für eine durchschnittliche Lage koste der Quadrat-meter 6,17 Euro – 2,5 Prozent oder 15 Cent mehr als im Jahr zuvor. Im Spitzensegment müssen Mieter mit 14,50 Euro pro Quadratmeter rechnen. Die städtische Immobiliengesellschaft GBH will in den nächsten fünf Jahren 1500 neue Wohnungen schaffen. Größtes Neubaugebiet wird die Wasserstadt Limmer sein. In der City entstehen Wohnungen am Marstall und am Klagesmarkt. Weil die Nachfrage das Angebot dermaßen übersteigt, bekommen auch Visionen wie die Bebauung des Steintorplatzes neue Verwirklichungschancen.

„Die Branche ist im Auf-wind“, sagt Tegtmeyer-Dette über den Büroimmobilienmarkt. Der Standort verfügt über 4,92 Millionen Quadratmeter Fläche. In den vergangenen fünf Jahren wurden rund 660000 Quadratmeter Büroflächen umgesetzt. Gerade mal 5,7 Prozent der Flächen blieben unvermietet. Der Markt für Büroimmobilien wird bestimmt von der Finanz- und Versicherungswirtschaft sowie der öffentlichen Hand. Beispiel City, wo an der Osterstraße die Deutsche Hypo ihre neue Zentrale bezogen hat (13200 Quadratmeter Büro, 1200 Quadratmeter Einzelhandel), oder Aegi, wo die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte 10500 Quadratmeter geschaffen hat. Die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover hat in Laatzen einen Neubau mit 18500 Quadratmetern errichtet. Die Mecklenburgischen Versicherungen liegen mit 5600 Quadratmeter, davon 1600 zur Vermietung an der Karl-Wiechert-Allee, im Zeitplan (Fertigstellung im Frühjahr 2016). Das sogenannte Prinzenareal (6900 Quadratmeter), in das die VGH Versicherungen investiert, wird Ende 2016 an die Mieter übergeben. Anfang 2016 soll die Sparkasse Hannover am Raschplatz ihre grunderneuerten 27500 Quadratmeter beziehen. Größtes Zukunftsprojekt ist die auf dem alten ZOB-Gelände geplante Zentrale der Deutschen Bahn.

Als Einzelhandelsstandort hat es Hannover längst unter die umsatzstärksten Top 5 geschafft. Laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) werden 2015 rund 6,4 Milliarden Euro in der Region ausgegeben. Die Verkaufsfläche beträgt knapp zwei Millionen Quadratmeter, wovon allein 880000 bis 910000 auf die Stadt Hannover entfallen. In ihren vier Toplagen (Bahnhofstraße, Georgstraße, Große Packhofstraße und Karmarschstraße) mit 170000 Quadratmetern Verkaufsfläche liegen die Miet-preise bei bis zu 200 Euro pro Quadratmeter. Im Durchschnitt sind es 145 Euro. Vor allem internationale Filialisten und Konzerne zieht es in die City – 2014 Apple, das H&M-Label COS, Petit Bateau und Reserved in der Ernst-August-Galerie. Ab Herbst 2015 kommt Massimo Dutti hinzu, Anfang 2016 bezieht Reserved im neuen Erdmann-Haus einen Standort in 1-a-Lage.

Attraktive Neubauten oder Neunutzungen wie die des Drachentöterhauses, in dem Rossmann Anfang 2016 einen Drogeriemarkt eröffnen will, lassen Wachstum zu. Ganz anders als im Markt für Logistikimmobilien. Ausgeschöpfte Flächenvorräte bremsen weitere Expansion. Seit 2010 sind gut 30 große Ansiedlungen und Erweiterungen mit einem Umfang von mehr als 500 Milli-onen Euro entstanden. Anfragen gebe es noch mehr, berichtet Regionsdezernent Ulf-Birger Franz. Er verspricht neue Flächen in Barsinghausen, Wunstorf und Laatzen. Auch am gefragten HannoverAirport könnten noch bis zu 45 Hektar Gewerbeflächen zu vermarkten sein.

Damit der Standort noch mehr Zuzug schafft, wird längst nicht nur in Kultur-, Kongress- und Sportimmobilien investiert. In die Zukunft zu investieren heißt auch, in Bildung zu investieren – trotz knapper Kassen. Das hat Oberbürgermeister Stefan Schostok betont, als er den Haushaltsplanentwurf 2016 einbrachte: „Es liegen jetzt Jahre vor uns, in denen wir mehr investieren, sanieren, finanzieren und zeitgleich konsolidieren. Das wird bestimmt nicht einfach.“ Aber am Ende soll es sich für alle lohnen!


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