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Ulf-Birger Franz

Ulf-Birger Franz© Wallenwein

Interview

"Hannover hat eine erfreuliche Dynamik“

Regions-Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz spricht im Interview über die Bedeutung der Logistikbranche, den Zuwachs an Arbeitsplätzen und ein starkes Umland.

Herr Franz, mehr Nachfrage als Angebote bei Logistikflächen - die meisten Unternehmer wären wohl zufrieden über die Verknappung. Wie geht es Ihnen damit?

Als Wirtschaftsdezernent kannmir diese Verknappung nicht recht sein. Natürlich möchten wir die gegenwärtige wirtschaftliche Dynamik nutzen, damit weitere Arbeitsplätze in der Region Hannover entstehen. Zudem sichern moderne logistische Funktionen auch den Erhalt vorhandener industrieller Arbeitsplätze bei uns. Wir haben uns deshalb in den letzten Jahren sehr intensiv darum bemüht, zusätzliche Logistikflächen zu ermöglichen - und stehen dabei jetzt vor dem Durchbruch.

Mit dem neuen Logistikgebiet zwischen Wunstorf und Barsinghausen?

Ja, genau genommen sogar mit drei Gebieten. In Wunstorf soll ein 90 Hektar großer trimodaler Standort entstehen, also mit exzellenter Anbindung an Schiene, Straße und Kanal. Eine Entwicklungsgesellschaft unter Beteiligung der Stadt Wunstorf ist gerade in Gründung. In Barsinghausen werden an der A 2 in Kürze fast 37 Hektar Logistikflächen bereitstehen. Und in Laatzen-Ost werden 30 Hektar Logistikflächen neu entstehen.

Logistik gilt den meisten Menschen ja als etwas eher Langweiliges …

Völlig zu Unrecht, allein die Dimensionen sind überhaupt nicht langweilig. Weil die Region auf der europäischen Landkarte der optimale Standort für eine Logistikdrehscheibe ist und wir zudem den Hinterland-Hub für die großen deutschen Seehäfen bilden, sind seit 2010 mehr als 500 Millionen Euro in 30 große Ansiedlungs- und Erweiterungsvorhaben investiert worden.

Dabei entsteht allerdings auch ein großer Flächenfraß.

Natürlich ist die Ansiedlung von Logistikunternehmen kein Selbstzweck. Für uns liegen dabei auch immer die Arbeitsplätze im Fokus. Öffentlich wird meist nur auf die höher qualifizierten Jobs geschaut. Was aber häufig vergessen wird: Der Raum Hannover hat vergleichsweise viele Langzeitarbeitslose. Gerade für Menschen mit geringen Bildungsabschlüssen kann ein Arbeitsplatzangebot in der Logistikbranche unglaublich wichtig sein. Inzwischen ist jeder sechste Arbeitsplatz in der Logistikwirtschaft Niedersachsens in der Region Hannover angesiedelt. Zudem ist moderne Logistik die Voraussetzung für exportorientierte Industrie wie die Automobilindustrie.

Und wie sieht es bei den qualifizierteren Jobs aus?

Hannover befindet sich in einer erfreulichen Dynamik. Die Bevölkerung wächst, übrigens nicht nur in der Landeshauptstadt, sondernauch in 17 der 20 Umlandkommunen. Dieses Wachstum hat zur Folge, dass die Beschäftigtenzahlen ansteigen - und das mittlerweile in deutlich messbarer Intensität. Seit 2010 hat die Zahl der Büroarbeitsplätze um rund 14 000 zugenommen und liegt jetzt bei etwa 170 000. Allein in der Branche der Finanz- und Versicherungswirtschaft ist die Zahl der Beschäftigten um zweistellige Prozentzahlen gestiegen. Aber auch in anderen Leitbranchen wie Gesundheitswirtschaft, Kreativ- oder Automotivebranche liegen die Zuwachszahlen bei den Beschäftigten im zweistelligen Prozentbereich.

Beim Immobilienmarktbericht blicken Sie im Wesentlichen auf die Standorte Hannover mit Langenhagen und Laatzen. Wie steht es mit den anderen 18 Umlandkommunen?

Büroflächen spielen in der übrigen Region eine untergeordnete Rolle. Beim Einzelhandel sieht das anders aus: Rund die Hälfte des Einzelhandelsumsatzes von 6,4 Milliarden Euro in der Region wird außerhalb der Landeshauptstadt erzielt. Neben dem starken Magneten der hannoverschen Innenstadt tragen auch Standorte wie Garbsen, Burgwedel und Isernhagen dazu bei, Kaufkraft aus den umliegenden Regionen anzuziehen.

Ulf-Birger Franz

Der 48-Jährige studierte Sozialwissenschaften und ist seit 2010 Dezernent für Wirtschaft, Verkehr und Bildung der Region Hannover. Zuvor war er in verschiedenen Funktionen bei der Nord/LB und als Referent von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn sowie in der Behörde als Leiter der Zentralen Steuerung tätig.


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