Breit genug? Installateur Philipp Reusse (links) und Architekt Marcus Kruse messen nach.
Immer mehr Menschen interessieren sich für ein barrierefreies Eigenheim. Nicht nur Häuslebauer im fortschreitenden Alter ziehen den Komfort des barrierefreien Wohnens in Betracht. Auch für junge Menschen ist die Barrierefreiheit ein Thema. Und das nicht nur, weil sie an die Zukunft und damit an ihr eigenes Alter denken, sondern auch weil Barrierefreiheit für jede Altersgruppe Komfort bietet. Schließlich kann man nicht erst im Alter über Türschwellen oder Ähnliches stolpern, und eine ebenerdige Dusche sieht nicht nur schön aus, sondern ist einfach immer praktisch.
„Von zwölf Häusern werden zurzeit drei Objekte barrierefrei gebaut“, sagt Reinhard Sänger von der Baufirma Sänger Aktivhaus. Wer heute ein Haus baut, sollte sich bereits möglichst bei der grundlegenden Planung Gedanken über die Vermeidung von Barrieren machen. Schließlich möchte man sein Traumhaus so lange wie möglich bewohnen können. Barrierefreies Bauen ist also nicht nur interessant, wenn eine Person mit Behinderung im Haushalt lebt.
Die Veränderungen im Altersaufbau der Bevölkerung haben in Deutschland zu einem notwendigen Umdenken auch in Bezug auf die Bauweise von Immobilien geführt. Da es immer mehr ältere Menschen gibt, die nicht mehr so mobil sind wie in jungen Jahren, sind auch Fragestellungen wie barrierefreies Wohnen keine Nischenthemen mehr.
Die grundlegenden Planungen reichen von schwellenlosen Eingängen und extrabreiten Türen bis hin zum gut erreichbaren Briefkasten. Es sollte immer eine Gesamtkonzeption bedacht werden. Barrierefreies Wohnen bedeutet das Leben auf einer Ebene und offene, weite Räumlichkeiten. Auch die sanitären Einrichtungen müssen bedacht werden. Höhere Toilettensitze beispielsweise sind nicht nur funktional, sondern auch optisch eine Bereicherung.
„Es ist ein längst überholtes Vorurteil, dass barrierefreie Häuser kostenintensiver sind“, erklärt Sänger. So wie die ebenerdigen Duschen gehören viele Bauausführungen schon zum Standard.