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Verzicht aufs Ersatzrad

Die Situation gehört eindeutig zu den unangenehmeren im automobilen Leben. Ob durch Materialverschleiß oder eine Schraube - eine Reifenpanne kann jeden Autofahrer kalt erwischen.

München. Früher befand sich im Kofferraum stets ein Ersatzrad. Doch aus Kostengründen, aber auch um Gewicht - mithin Treibstoff - zu sparen, verzichten immer mehr Autohersteller auf dieses Zubehör und bieten stattdessen Reparatursets oder Notlaufräder.

"Die jedoch dürfen nicht beliebig lange genutzt werden und deshalb muss man möglichst rasch eine Werkstatt finden, die den passenden Reifen vorrätig und auch einen Termin freihat", schildert Vincenzo Luca von TÜV Süd in München seine Beobachtungen. Und auch bei den Pannen-Kits gebe es einiges zu beachten.

Fürs Weiterkommen auf Noträdern gelten laut dem TÜV-Sprecher modellspezifische Vorgaben. So dürfe in den meisten Fällen nicht schneller als 80 Stundenkilometer gefahren werden. Außerdem seien die schmalen Räder nur für den behelfsmäßigen Gebrauch, also vorwiegend für die Fahrt in die nächstgelegene Werkstatt geeignet. Die genauen Angaben variieren von Hersteller zu Hersteller. Die typspezifischen Regeln finden Autofahrer in der Bedienungsanleitung ihres Wagens.

Auch das fünfte Rad regelmäßig kontrollieren

Ohne Montageaufwand erreichen Betroffene einer Pneu-Panne die nächste Werkstatt mit einem Reifenreparatur-Set. Spitze Gegenstände, die in den Reifen eingefahren werden, sind nach wie vor die häufigste Pannenursache. Für solche Schäden haben sich in den vergangenen Jahren neben Not- und Ersatzrad sogenannte Repair-Kits etabliert. Die bestehen meist aus einem mit Dichtflüssigkeit und Druckluft gefüllten Behälter, der auf das Ventil gedrückt wird. Die Flüssigkeit behebt den Schaden für kurze Zeit. Bereits entwichene Luft wird mit der Druckluft wieder aufgefüllt. Wie mit dem Notrad ist die direkte und verlangsamte Fahrt zum nächsten Reifenhändler angesagt. Der Vorteil der Reifenreparatur-Sets: "Das Umstecken der Räder entfällt", sagt Luca. Nachteilig sei, dass die Sets nur bei kleinen Verletzungen wie etwa bei Nägeln oder Scherben einsetzbar seien. Zudem seien meist nur die von den Autobauern direkt bereitgestellten Systeme brauchbar. Produkte aus dem Ersatzteilehandel schnitten oft schlecht ab.

Doch selbst beim klassischen fünften Rad sollte der Autofahrer einiges beachten, mahnt der Fachmann. "Ersatzreifen sind im Auto großen Temperaturschwankungen ausgesetzt und altern deswegen mindestens genau so schnell wie ein gefahrener Reifen", weiß Luca und empfiehlt, vor jeder längeren Fahrt den Luftdruck auf allen fünf Rädern zu kontrollieren. "Das Komplettrad im Kofferraum taugt nur dann uneingeschränkt zur Weiterfahrt, wenn dessen Luftdruck stimmt", gibt Luca zu bedenken.

dapd


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