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Musterknabe: Der Porsche 911 leistet sich sowohl beim Tüv als auch bei den Pannenhelfern des ADAC kaum Schwächen.

Musterknabe: Der Porsche 911 leistet sich sowohl beim Tüv als auch bei den Pannenhelfern des ADAC kaum Schwächen. © Porsche

Verkehr

Sportlicher Streber: Der Porsche 911 als Gebrauchter

Er ist und bleibt ein wichtiges Statussymbol. Kein Wunder also, dass der Porsche 911 selbst als Gebrauchter noch viel Geld kostet. Immerhin: Pannen muss der Halter kaum fürchten.

Berlin. Wer sein Auto liebt, der pflegt es. Wenn dann auch noch gute Qualität gegeben ist, hat man ein Fahrzeug, dem wohl ein langes Leben beschert ist. Beim Porsche 911 (Typ 997) kommt alles zusammen. Er wird im "TÜV Report 2016" zum Musterknaben geadelt, nur kleine Schwächen leistet er sich.

Zunächst die Stärken: Korrosion? Fehlanzeige. Der Porsche ist vollverzinkt. Die Bremsen? Mängel kommen laut dem Report fast nie vor, auch wegen der vorbildlichen Wartung vieler Halter. Auch bei vielen anderen Bauteilen bewegt sich die Mängelquote unterhalb des Durchschnitts aller bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) überprüften Autos. Nur die Spurstangenköpfe sind etwas häufiger ausgeschlagen als im Schnitt.

Der ADAC spricht beim Typ 997 von einem "geringen Pannenniveau", das gegenüber dem Vorgänger nochmals verbessert worden sei. Nur wenige Auffälligkeiten mit "ohnehin geringer Ausprägung" weise der 911er auf. Dazu zählen entladene Batterien beim Carrera der Baujahre 2008 und 2009, undichte Kühlmittelpumpen bei Fahrzeugen von 2005 und 2006 sowie defekte Zündspulen bei Exemplaren, die 2008 die Werkshalle verließen. Aber drei Rückrufe trafen den 997, darunter der vom Januar 2006. Wegen unzureichender Schweißnähte an den Auspuffendrohren, die brechen konnten, wurden im Januar 2006 knapp 4000 Autos der Bauzeit April 2004 bis Oktober 2005 zurück in die Werkstatt gebeten.

41 Jahre nach dem Ur-Elfer kam der Typ 997 im Spätsommer 2004 zu den Händlern, bis 2011 wurde er gebaut. Anders als sein direkter Vorgänger griff er wieder mehr auf klassische Stilelemente des Typs zurück, die Scheinwerfer im "Spiegelei-Design" wurden durch Rundscheinwerfer ersetzt, die Kotflügel waren wieder ausladender. Neben dem Coupé gab es typischerweise ein Cabriolet. Eine Modellpflege vier Jahre später bescherte ihm unter anderem Tagfahrlicht, optionales Kurvenlicht, veränderte Lufteinlässe und Direkteinspritzung für die Motoren.

Auch an Kraft legte der Nummer sechs leicht zu. Im Laufe der Bauzeit wurde der 911 in einem Dutzend Leistungsstufen von 239 kW/325 PS bis 390 kW/ 530 PS aufgelegt. Die Varianten heißen Carrera, Targa, Turbo, GT2 und GT3. Stets ist es ein Sechszylinder-Boxer, der entweder über Heck- oder Allradantrieb seine Kraft auf die Straße bringt.

Einen Porsche zu kaufen, zumal einen 911er, ist kein günstiges Vergnügen - auch wenn es ein Gebrauchter sein soll. Das Modell ist äußerst wertstabil. Wer sich umsieht, wird feststellen, dass unter 25 000 Euro beim 997 kaum etwas zu machen ist. Günstigstes von der Schwacke-Liste geführtes Modell ist der 911 Carrera mit 239 kW/325 PS von 2004, der mit knapp 24 000 Euro gelistet ist. 182 500 Kilometer ist die durchschnittliche Laufleistung, die die Preisbeobachter annehmen. Bereits 41 150 Euro müssen beim Targa 4 von 2008 mit 254 kW/345 PS einkalkuliert werden (120 100 Kilometer). Mit 98 600 Euro wird das Topmodell 911 Turbo S Cabriolet PDK mit 390 kW/530 PS von 2012 geführt - mit durchschnittlich 57 700 Kilometern auf der Uhr ebenfalls kein neues Auto mehr.

dpa


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