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«Muster der Haltbarkeit»: Der Honda Jazz fällt bei der Hauptuntersuchung kaum auf.

«Muster der Haltbarkeit»: Der Honda Jazz fällt bei der Hauptuntersuchung kaum auf. © Honda

Verkehr

Praktisch und gut - Der Honda Jazz als Gebrauchter

Der Name klingt nach guter Musik: Honda Jazz. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist die Generation GE zu einem vernünftigen Preis zu haben. Viel falsch machen kann man damit eigentlich nicht.

Berlin. Wirft man einen Blick auf den ersten Honda Jazz aus den 80ern, würde man auf eine Idee nie kommen: dass aus dem kleinen Zweitürer im Laufe der Zeit mal ein praktischer Van werden würde. Aber das ist der mit unter vier Metern noch immer als ein Kleinwagen durchgehende Jazz heute.

Neben dem Ladevolumen gilt der Japaner vor allem wegen der versenkbaren Rückbank als eines der einfallsreichsten Autos seiner Klasse. Auch hinsichtlich technischer Beständigkeit ist der Jazz recht vorbildlich - im Grunde gibt es nur eine Sache, die überdurchschnittlich oft Sorgen macht.

Und das ist die Bremsanlage. Schon bei der ersten Kfz-Hauptuntersuchung (HU) fällt die ab 2008 gebaute Generation des Jazz häufiger mit verschlissenen Bremsscheiben auf als andere Autos der Klasse. Das berichtet der "TÜV-Report 2016". Hier und da brennt noch mal eine Glühbirne durch, das war es dann aber auch schon fast. Das Fahrwerk und die Lenkung wertet der Report als "Muster der Haltbarkeit".

Auch in der aktuellen Pannenstatistik des ADAC schneidet der Jazz relativ gut ab. "Nur in den Erstzulassungsjahren 2008 bis 2011 gab es viele Ausfälle wegen Batterieentladung", notiert der Club. Als weitere Pannenschwerpunkte werden genannt: dauerhaft brennende Innenbeleuchtung bei Fahrzeugen, die von 2008 bis 2013 gebaut wurden und Defekte am Abblendlicht- und Fernlicht der Baujahre 2005, 2008 und 2012. Seit 2009 gab es vier Rückrufe. Zuletzt im April 2013, als der Jazz wegen Problemen mit dem Beifahrerairbag nachgebessert wurde. Ein halbes Jahr zuvor wurde ein Softwarefehler im Getriebesteuergerät festgestellt. Dadurch fuhr das Auto unter Umständen plötzlich rückwärts.

Ein Modell namens Jazz legte Honda erstmals in den 1980er-Jahren auf, den besagten Zweitürer. Zwischen 1986 und 2001 machte der Hersteller eine Pause, dann kam der Jazz GD auf den Markt, danach war zwischen 2008 und 2014 der GE bei den Händlern, wie sein Vorgänger ein Fahrzeug mit van-artigem Aufbau und ausschließlich vier Türen, wenn auch deutlich schnittiger. Das Facelift von 2011 brachte Retuschen an Front und Heck und als neue Motorvariante eine Hybridversion, bei der dem 88-PS-Benziner eine E-Maschine von 14 PS unterstützend zur Seite gestellt wurde - damals ein Novum im B-Segment.

Ansonsten ist die Vielfalt an Motoren bescheiden. Wie so oft bei Kleinwagen wurde auch der Honda Jazz GE nicht als Diesel angeboten. Als Benziner wurden ein 66 kW/90 PS leistender 1,2-Liter und ein 1,3-Liter mit 73 kW/100 PS aufgelegt, die mit einem Fünfgang-Handschalter ausgeliefert wurde. Den Hybrid-Jazz gab es auch mit stufenlosem CVT-Getriebe.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist ein Honda Jazz der zwischen 2008 und 2014 gebauten Generation GE ab 5250 Euro zu haben. Durchschnittlich zu diesem Preis wird ein Jazz 1.2 i-VTEC mit 66 kW/90 PS von 2008 laut Schwacke-Liste gehandelt. Typischerweise hat das Auto in diesem Alter rund 85 000 Kilometer hinter sich. Noch mit 11 650 Euro muss laut Schwacke planen, wer es auf einen 1.4 i-VTEC Comfort Plus von 2013 mit 73 kW/100 PS abgesehen hat (25 000 Kilometer). Ein Hybrid listet Schwacke mit mindestens 10 200 Euro. Zu diesem Preis sollte ein Jazz DSi i-VTEC IMA CVT Comfort vom Baujahr 2011 aufzutreiben sein - bei einer Laufleistung von um die 49 000 Kilometer.

dpa


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