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Unauffällig ist der Misubishi Colt nicht nur im Auftritt - auch die Technik bietet keine gravierenden Schwachpunkte. Als Gebrauchtwagen ist der Japaner daher keine schlechte Wahl.

Unauffällig ist der Misubishi Colt nicht nur im Auftritt - auch die Technik bietet keine gravierenden Schwachpunkte. Als Gebrauchtwagen ist der Japaner daher keine schlechte Wahl. © Mitsubishi

Verkehr

Das Fohlen bleibt jung - Der Mitsubishi Colt als Gebrauchter

Den Mitsubishi Colt gibt es schon lange. Macht aber nichts. Der Wagen ist solide. Das sagt jedenfalls der "Tüv Report 2016".

Berlin. Was haben der Ford Mustang und der Mitsubishi Colt gemeinsam? Neben der langen Tradition nicht viel - dort ein amerikanischer Sportwagen, hier ein japanischer Kleinwagen. Doch beide tragen sie Pferdenamen. Denn Colt bedeutet in Englisch Fohlen. Und offenbar passt der Name, denn auch im Alter bleibt das Auto jung.

Zumindest laut dem "Tüv Report 2016" hält sich der kleine Japaner wacker. Bei der Hauptuntersuchung (HU) zeige der Colt "deutlich weniger erhebliche Mängel als der Durchschnitt aller geprüften Fahrzeuge". Vor allem das Fahrwerk der 2004 aufgelegten Generation sei zuverlässig. Das gute Gesamtergebnis trüben lediglich Rückleuchten, die ab der zweiten HU nach fünf Jahren Probleme machen, oder schnell verschleißende Bremsscheiben.

Auch das Urteil des ADAC ist positiv: Der Colt gehöre in der Klasse der Kleinwagen zu den "besonders zuverlässigen Modellen", teilt der Club mit Blick auf seine Pannenstatistik 2015 mit. Weil viele Halter mit dem Wagen oft auf Kurzstrecken unterwegs sind, gab es aber öfters Einsätze der Pannenhelfer wegen schlapper Batterien bei den Baujahren 2011 bis 2012 oder feuchter Zündkerzen (2006 bis 2009). Auch Defekte am Anlasser und der Wegfahrsperre kommen häufiger vor (je 2005 bis 2009).

Der Name Colt hat bei Mitsubishi eine lange Geschichte. Er wurde ab 1962 universell eingesetzt, 1978 wurde der Colt ein eigenes Kleinwagenmodell. Doch im Jahr 2012 verabschiedete man sich von dem Traditionsnamen und brachte als Nachfolger den Space Star. Die letzte Colt-Generation wurde von 2004 bis 2012 gebaut, er teilte sich die Plattform mit dem Smart Forfour. Gebrauchtkäufer sollten bei älteren Exemplaren darauf achten, dass ESP und Kopfairbags an Bord sind, denn die kosteten einst Aufpreis. Der mit drei und fünf Türen gebaute vollwertige Viersitzer hat einen kleinen Kofferraum und ist eher ein Stadtauto, das sich recht agil bewegen lässt.

Das gilt für den Einstiegsbenziner mit drei Zylindern und 55 kW/75 PS jedoch nur eingeschränkt. Schon deutlich mehr Kraft an die Vorderräder gibt der 70 kW/95-PS-Vierzylinder-Benziner. Auch eine Variante mit 80 kW/109 PS gibt es und den Ausreißer Colt 1.5 Ralliart mit 110/150 PS. Die beiden Diesel, nur bis zum Facelift im Jahr 2008 als Neuwagen erhältlich, kommen auf 50 kW/68 PS und 70 kW/95 PS. Die Cabrioversion CZC, von 2006 bis 2010 im Angebot, generiert aus 1,5 Litern und vier Zylindern 80 kW/109 beziehungsweise 110 kW/150 PS.

Solch einen Frischluftflitzer gibt es auf dem Gebrauchtwagenmarkt laut Schwacke-Liste durchschnittlich ab 3950 Euro. Diesen Betrag sollten Interessenten für einen Colt CZC 1.5 mit 80 kW/109 PS starkem Benziner von 2006 kalkulieren, für den Schwacke eine Laufleistung von 110 000 Kilometer notiert. Für einen fünftürigen Colt 1.3 ClearTec Inform mit 70 kW/95 PS von 2013 müssen noch um die 8050 Euro kalkuliert werden (26 000 Kilometer). Mit 4350 Euro listen die Marktbeobachter den Colt CZ3 1.5 DI-D Motion Plus mit 70 kW/95 PS vom Baujahr 2008 (121 400 Kilometer).

dpa


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