Navigation:
Rundfunkbeitrags-Muffeln droht in vielen Städten und Gemeinden ein «Plattfuß» am Auto.

Rundfunkbeitrags-Muffeln droht in vielen Städten und Gemeinden ein «Plattfuß» am Auto.© Stefan Sauer

Verkehr

"Ventilwächter" gegen Beitragsmuffel - Wenn die Luft ausgeht

Wer in manchen Städten und Gemeinden seine Schulden nicht begleicht, dem könnte die Luft ausgehen. Denn mehrere Kommunen gehen mit sogenannten Ventilwächtern gegen säumige Zahler vor. Mit ihnen können Autoreifen plattgemacht werden.

Köln. Warnhinweise pappen auf den Autoscheiben, ein Pfandsiegel klebt am Türschloss, und eine Mahnung liegt im Briefkasten des Fahrzeughalters. Doch die eigentliche Drohung ist ein leuchtend gelber Stöpsel unten am Autoreifen, genauer: auf dem Ventil. Mit dem Einsatz sogenannter "Ventilwächter" gehen viele Kommunen bundesweit gegen säumige Schuldner und Beitragszahler vor.

Die mit Schlössern gesicherten Ventil-Aufsätze sorgen dafür, dass einem Auto, wenn es dennoch gefahren wird, nach etwa 600 Metern die Luft aus den Reifen entweicht.  Die Ventilaufsätze werden in Deutschland bereits seit mehr als zehn Jahren gegen Schuldner eingesetzt, wenn Mahnungen und Zahlungsaufforderungen nicht gefruchtet haben.

Hannover setzt schon 
lange auf die Methode

Die Vollstreckungsbehörde der Landeshauptstadt Hannover setzt schon seit dem Jahr 2004 „regelmäßig und mit großem Erfolg“ auf Ventilwächter, um Forderungen einzutreiben. Wie Stadtsprecher Andreas Möser gestern erklärte, wirke diese Maßnahme in 85 Prozent der Fälle, „oft noch sehr schnell vor Ort. Es wirkt, wenn das Auto lahmgelegt wird.“

Seit 2004 bis Mitte 2015 wurden in Hannover bei 660 Schuldnern Ventilwächter eingesetzt, es ging dabei um eine Gesamtsumme von 337 000 Euro. Bei den Ventilwächtern handele es sich um eine Maßnahme, die nur in Ausnahmefällen zum Zuge komme, hieß es. „Meist werden mit einer Vollstreckung bei einem Schuldner mehrere offene Forderungen vollstreckt“, sagte Möser.


Anzeige

Neuheiten & Motorshows

Anzeige