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Der TÜV SÜD nimmt nach eigener Aussage pro Jahr mehr als tausend Abgas-Kontrollen vor.

Der TÜV SÜD nimmt nach eigener Aussage pro Jahr mehr als tausend Abgas-Kontrollen vor. © Ole Spata

Auto

TÜV Süd: Abgas-Kontrollen in der EU klar geregelt

Nach der Manipulation von Abgastests in den USA stellt der TÜV Süd klar: In der EU zugelassene Fahrzeuge werden von externen Kontrollstellen nach genauen Regeln überprüft.

München. In Europa werden die Auto-Abgaswerte nach Angaben des TÜV Süd bereits während der Produktion streng überwacht. "Da gibt es klare Regeln", sagte ein Sprecher in München.

Für alle Fahrzeuge, die in der EU zugelassen werden sollen, müssten die Hersteller externe Kontrollen sicherstellen. "Die Fahrzeuge werden nach dem Zufallsprinzip vom Band genommen und nachkontrolliert", sagte er. Allein der TÜV Süd nehme pro Jahr mehr als tausend dieser Kontrollen vor.

Volkswagen hat bei internen Prüfungen zum Diesel-Skandal Unstimmigkeiten in den Messwerten bei weltweit rund elf Millionen Fahrzeugen eingeräumt. Bei den betreffenden Modellen gebe es "auffällige Abweichungen" zwischen den Messwerten bei Tests und im regulären Fahrbetrieb, berichtete das Unternehmen. Die US-Umweltbehörde EPA führt eine Untersuchung gegen den Konzern unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Klimaschutzgesetz "Clean Air Act". 

Dazu ob Volkswagen auch in Deutschland und Europa getrickst hat, will sich der Autobauer nicht äußern. Fest steht: Auch in Europa gibt es Höchstgrenzen für Schadstoffe in Autoabgasen. Die EU-Kommission steht nach den Angaben einer Sprecherin in Kontakt mit VW und den US-Behörden, um die Umstände der Manipulationen in den USA zu klären. Ab 2016 soll es auch in der EU Abgastests geben, die nicht nur die Werte auf dem Prüfstand ermitteln, sondern auch im normalen Fahrbetrieb.

Andere deutsche Autohersteller sind bisher nicht betroffen. "Es gibt nach unseren Erkenntnissen keine Untersuchungen zu Mercedes-Benz", sagte ein Daimler-Sprecher am Montag in Stuttgart. Der in der Presse beschriebene Sachverhalt treffe auf Mercedes-Modelle nicht zu. Auch BMW ist nach eigenen Angaben von dem Skandal in den USA nicht betroffen. Bei Überprüfungen eines BMW-Dieselfahrzeugs habe es keine auffälligen Abweichungen der Testwerte gegeben, erklärte das Unternehmen.

Doch der ADAC hat die Abgaswerte von Autos auch mit anderen Tests gemessen als bisher in Europa üblich. Dabei haben sie schon Werte festgestellt, die deutlich höher liegen als bei der derzeit angewendeten Abgasprüfung in der EU. "Wir können nicht erkennen, dass bestimmte Hersteller besonders saubere oder besonders schmutzige Fahrzeuge haben", sagt der Chef der ADAC-Abteilung Test und Technik, Reinhard Kolke. "Abweichungen von Grenzwerten stellen wir durch die Bank fest."

dpa


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